Streitbremse

Der Zier-Zaun der Republik soll Fahrräder ausbremsen

Eine Wiese ist kein Radweg, findet der Bezirk.

Gerhard Lehrke
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Vor allem Radler machen den Rasen kaputt – und nerven Liegewiesen-Gäste.

Vor allem Radler machen den Rasen kaputt – und nerven Liegewiesen-Gäste.

© Getty Images

Das sagt Harald Büttner, Leiter des Grünflächenamts. „Natürlich sollen Menschen die Fläche weiter als Liegewiese nutzen. Aber jedes Mal, wenn wir den Rasen saniert haben, überqueren ihn binnen kürzester Zeit Radler und Segway-Fahrer, es entsteht ein Spurennetz und schnell nackter Boden.“

Die Rasen-Reparatur kostet Mitte in manchem Jahr über 50.000 Euro

Und es gibt Ärger: „Es gab bereits Handgreiflichkeiten zwischen Radlern und Menschen, die auf der Wiese lagen und denen sie gewissermaßen über die Decke gefahren sind.“ Büttner erwartet, dass Zweiradfahrer nun zu faul sind, ihre Vehikel über den Zaun zu heben.

Die Rasen-Reparatur kostet Mitte in manchem Jahr über 50.000 Euro, deshalb kamen Büttner und seine Mitarbeiter auf die Zaun-Idee: „Der Platz braucht eine Einfriedung.“ Er rechnet damit, dass sich der Zaun, der mehrere zehntausend Euro kosten wird (die Ausschreibung läuft), binnen weniger Jahre amortisiert. Dafür müssen sich die Schäden am Rasen nur um ein Drittel verringern. Gespart wird auch deshalb, weil es weniger abgefahrene „Rasensprengerköpfe“ geben wird, die im Betrieb ausfahren, 300 Euro pro Stück kosten.

Die Form des Zauns, der an das schon vom preußischen Gartenkünstler Peter Joseph Lenné (1789-1866) verwendete „Tiergartengitter“ angelehnt ist, wurde mit dem Landschaftsarchitektenbüro „Lützow 7“ abgestimmt. Es hatte den Platz mit Bäumen, Hecken und einer zunehmenden Zahl von Steinplatten zum Reichstag hin gestaltet. Das kaum 30 Zentimeter hohe, meist grün gestrichene Tiergartengitter – ein Stahlband zwischen kugelgekrönten Pföstchen – hätte nicht dazu gepasst.

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