DWD-Tornado-Experte Andreas Friedrich geht eher davon aus, dass sogenannte Fallböen für die Schäden in Klaistow sorgten.
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Als er einen Tag nach dem starken Sturm von dem Naturphänomen in Brandenburg hörte, war sich DWD-Tornadoexperte Andreas Friedrich recht sicher: „Es handelte sich um eine Gewitterböe, die häufig vorkommt und oft mit Tornados verwechselt werden“, sagte er.
DWD-Meteorologe Thomas Endrulat aus Potsdam geht davon aus, dass es einen Mini-Tornado in Klaistow gab.
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Anders sieht es sein Potsdamer DWD-Kollege Thomas Endrulat aus Potsdam. Er war in Klaistow, deren Bewohner glauben, einen Tornado erlebt zu haben, der für anderthalb Minuten durch ihr Dorf fegte und die Schäden verursachte. „Der Verdacht ist durchaus berechtigt“, sagt der Meteorologe.
Endrulat hat sich die Schäden im Dorf angesehen. Vor allem begutachtete er die umgestürzten Bäume. Der Meteorologe bestätigt, was auch anderen Beobachtern auffiel. Bei Stürmen knicken oft Bäume am Stamm weg. Doch in Klaistow sah man zum größten Teil Bäume, die samt Wurzelwerk umgestürzt waren. „Es ist so, als wären sie aus dem Boden herausgerissen oder herausgedreht worden“, sagt Endrulat dem KURIER.
Als wären die Ziegel von oben herausgerissen worden
Ähnlich sei es bei den Dachschäden. Viele Ziegel standen fast senkrecht auf den Dächern, als wären sie von oben herausgerissen worden. Wie bei der Feldkirche im Nachbarort Kanin, wo auch der Sturm wütete.
„Zwar gibt es keinen absoluten Beweis für einen Tornado. Dazu fehlen Bilder, die die charakterisierende Luftsäule zwischen Wolken und Erdboden für eine Windhose zeigen“, sagt Endrulat. „Aber die Schäden sprechen schon dafür, dass es einen Mini-Tornado in Klaistow gab.“
Tornado oder Fallböe?
Endrulat schickte einen ausführlichen Bericht an den Tornado-Experten Friedrich. Dieser erklärt nun dem KURIER: „Laut der Dokumentation kann man einen Tornado nicht ausschließen. Doch allein an den Schäden kann man das nicht sicher belegen. Daher ist eine Fallböe, die in Zugrichtung des Unwetters mit bis 180 Stundenkilometern durchs Dorf zog, eher denkbar.“ Aber Friedrich will auf Nummer sicher gehen, reichte den Potsdamer an die Experten der European Severe Weather Database (ESWD) weiter. Sie sollen nun abschließend prüfen, ob es in Klaistow einen Tornado gab.
Laut Friedrich werden jährlich bis zu 60, meist kleine Tornados in Deutschland registriert. Die dadurch entstandenen Schäden an den Gebäuden werden in der Regel erstattet. Wenn Betroffene eine Wohngebäude- oder eine Hausratversicherung haben, so der Deutsche Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GVD). Schäden müssen binnen einer Woche gemeldet werden. Auch Sturmschäden am Auto, für die die Voll- und Teilkaskoversicherungen zahlen.
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