Die Bagger buddeln fleißig drauf los, die Baukräne drehen sich in luftiger Höhe. Ein Gefühl für die Veränderungen bekommt, wer mal neugierig am Postbahnhof umherstreift.
Denn hier wurden jetzt die Baugruben für Max und Moritz ausgehoben. Sie sind das 86 und 95 Meter hohe Turm-Duo, in dem die Wohnkompanie Berlin mehr als 400 Miet- und Eigentumswohnungen errichtet. Letztere könnten bis zu 8000 Euro/m2 kosten. In zwei Jahren sollen Max und Moritz stehen.
Ein paar Meter weiter westlich plant die Firma NDC Real Estate gleich drei Büro- und Hotelbauten für das neue Quartier. Unter ihnen ist ein 70-Meter-Turm, für den gerade der Bauantrag eingereicht wurde. Sehr zum Leidwesen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, denn der hatte mit dem Ex-Eigentümer (der Post) höchstens 50 Meter vereinbart. Aber: Gegen den Deal ging schon 2013 der Bauherr eines 118-Meter-Riesen an der Straße der Pariser Kommune vor – mit Erfolg.
Zwei weitere Wolkenkratzer könnten auf dem Anschutz-Areal an der Mercedes-Benz-Arena entstehen. Zwar fehlt es noch an ernsten Interessenten – aber dafür ist ein anderer geplanter Neubau schon vermietet. Ab Herbst baut die OVG Real Estate einen Siebengeschosser, in den der Onlineversand Zalando einzieht. Er will 2017 die ganzen 13 000 Quadratmeter für seine 3500 Berliner Mitarbeiter.
Ein komplett anderes Bild soll 2018 auch das Gelände zwischen der Mercedes-Benz-Arena und der Mühlenstraße bieten. Hier planen Anschutz und Mercedes ein Amüsierviertel mit Bowling, Kino, Restaurants, Hotels, Wohnungen und einer weiteren Veranstaltungshalle. Umstritten ist das geplante Shopping-Center an der Warschauer Brücke. Kritiker fürchten, dass es kleineren Läden in der Umgebung schadet.
Vorerst komplettiert wird das Hochhaus-Quartier vom bereits fertigen Wohnturm „Living Levels“ an der East Side Gallery (KURIER berichtete). Wer jetzt befürchtet, dass im Kiez künftig nur noch Kommerz regiert, kann in einem Punkt beruhigt werden. Auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung (steht der Linkspartei nahe) erhält in Ostbahnhof-Nähe einen Neubau. Der Bundestag hat dafür gut 20. Mio. Euro bewilligt.
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