Vernachlässigter Stadtteil

Wir bauen unser Hohenschönerhausen

SPD-Strategiepapier enthüllt Pläne für Kunsthalle und neue Bahn-Linien.

Mike Wilms
Lesezeit 2 Min
Der Prerower Platz in Hohenschönhausen ist derzeit noch eine triste Pflasterwüste. Dort könnte bald eine große Kunsthalle entstehen.

Der Prerower Platz in Hohenschönhausen ist derzeit noch eine triste Pflasterwüste. Dort könnte bald eine große Kunsthalle entstehen.

© Sabine Gudath

Ein Künstlerkiez rund um den Prerower Platz 

Kernstück der revolutionären Pläne des SPD-Kreisverbands ist der Prerower Platz. Er soll Standort der großen Kunsthalle werden. „Die Halle könnte sich zum Teil der DDR-Kunst widmen, aber auch die Arbeit ortsansässiger Künstler sichtbar machen“, sagt Monteiro.

Prerower Platz.

Prerower Platz.

© BLZ/Hecher

Diese Idee sei naheliegend, weil es in kaum einem Stadtteil so viele Ateliers gebe wie in Hohenschönhausen. „Ohnehin sollte jede Bezirksregion eine Einrichtung von berlinweiter oder sogar bundesweiter Bedeutung haben“, so Monteiro. Rund um die Halle könne ein Künstler- und Studenten-Kiez entstehen.

Bislang ist der Prerower Platz eher eine triste Pflasterwüste. Passanten betreten ihn meist nur auf dem Weg zum Linden-Center. „Jahrelang war geplant, dass ein Investor den Platz mit Geschäften belebt und Wohnungen baut“, so Monteiro. Doch weil der Unternehmer untätig blieb, bestand das Land auf der Rückabwicklung des Bau-Deals. Neue Pläne müssen nun her. 

Eine bessere Verkehrsanbindung soll her

Ein Hintergedanke der Umgestaltung des Prerower Platzes mit Kunsthalle, Wohnraum und Gastronomie ist es, mehr Wirtschaftskraft und Touristen nach Hohenschönhausen zu holen. „Ein attraktiver Besuchermagnet hätte auch den Vorteil, dass wieder über Investitionen in die Öffis geredet werden müsste“, so Monteiro.

Die S-Bahn nach Hohenschönhausen fährt nicht mehr so oft wie früher.

Die S-Bahn nach Hohenschönhausen fährt nicht mehr so oft wie früher.

© Sabine Gudath

Ihr Strategiepapier enthält die Forderung an den Senat, „eine konkrete Planung für die Realisierung der seit 1955 geplanten U-Bahnlinie 10 nach Falkenberg über Weißensee vorzulegen“. Auch eine Linie U11 über die Landsberger Allee nach Marzahn-Hellersdorf sei nötig, um neue Wohnviertel an das Verkehrsnetz anzuschließen.

Große „Hohenschönhausen-Konferenz“ geplant

Das Papier der Kreis-SPD, das auch von Mitgliedern der BVV-Fraktion und des Abgeordnetenhauses unterzeichnet wurde, fordert zudem eine attraktivere S-Bahn-Anbindung. Dafür sei die Verlängerung der Linie S75 nach Karow erforderlich. „Auch die Schaffung einer Nahverkehrstangente von Hohenschönhausen über den Berliner Außenring zum Flughafen BER unterstützen wir“, heißt es in dem Strategiepapier. 

Zur Diskussion der Pläne wird es einen Bürgerdialog geben, der Anfang 2019 in einer großen „Hohenschönhausen-Konferenz“ münden soll. Weitere Themen dieser Gespräche werden der Ärztemangel und der Zustand der Straßen, Parks und Spielplätze sein. 

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