Strafmieten-Skandal

Er brummt schwer kranker Mieterin Extra-Zahlung auf

Ruth Pitt (83) ist demenzkrank, sie hat Panikattacken, schreit nachts im Schlaf. Weil ein Mieter sich belästigt fühlt, fordert die Wohnungsgenossenschaft eine Strafmiete. Politiker und Mieterschützer sind entsetzt.

BK
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Vorstand der Grünen Mitte in Hellersdorf ist Andrej Eckhardt. Er unterschrieb die Briefe an Familie Pitt.

Vorstand der Grünen Mitte in Hellersdorf ist Andrej Eckhardt. Er unterschrieb die Briefe an Familie Pitt.

© Berliner Kurier Lizenz

Am Freitag berichtete der KURIER über die demenzkranke Ruth Pitt (83). Wegen ihrer nächtlichen Hilferufe hat ein anderer Mieter eine Mietminderung durchgesetzt. Deshalb will der Vermieter über 100 Euro Schadensersatz von den alten Menschen. Dabei verspricht die Wohnungsgenossenschaft Grüne Mitte in ihrer Satzung „eine gute, sichere, sozial verantwortbare und dauerhaft auf die Bedürfnisse der verschiedenen Lebensphasen ausgerichtete Wohnungsversorgung.“

Doch Vorstand Andrej Eckhardt gab gestern immer noch keine inhaltliche Stellungnahme ab. Die Familie kontaktierte er nicht. Nicht richtig meint Hellersdorfs stellvertretender Bürgermeister Stefan Komoß (SPD): „Ich bedaure die Forderung. Das Gespräch sollte gesucht werden, damit ältere Menschen möglichst lange in ihrer Wohnung bleiben können.“

Pfarrer Dr. Volker Jastrzembski von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg bestätigt ihn: „Auch wenn die Wohnung hellhörig ist, gibt es für mich keinen Grund, die Familie hier zu belangen.“ Der Berliner Mieterverein sieht den Vermieter sogar in der Pflicht. Wibke Werner: „Er müsste schalldämmende Maßnahmen ergreifen.“

DÜBB

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