Stimmungsboykott

Boss Zingler stärkt Ultras den Rücken

Unions Präsident ist für klare Kante zum Konstrukt RB Leipzig

Mathias Bunkus
Lesezeit 3 Min
Union-Boss Dirk Zingler stärkt den Ultras den Rücken. 

Union-Boss Dirk Zingler stärkt den Ultras den Rücken. 

© City-Press GmbH

Seit Tagen wird der Protestaufruf der Szene Köpenick – das sind nicht nur die Ultras, sondern auch zahlreiche Fanclubs – kontrovers diskutiert. 15 Minuten soll lautstark geschwiegen werden, um so die Ablehnung gegenüber RB zum Ausdruck zu bringen.

Nicht alle finden die Art und Weise des Protestes gut oder halten den Zeitpunkt für gelungen.  Es wird heftig im Internet um den Plan gerungen. Und das mit so viel Leidenschaft, dass einem kaum bange werden muss, was ab Minute 15:01 im Stadion am Sonntag gegen das Marketing-Konstrukt eines Getränkeherstellers los sein wird. Da wird es dann richtig krachen und laut werden.

Zingler bei Radio 1

Bei einer Union-Sondersendung von Radio 1 am Dienstagabend stellte sich im übrigen Präsident Dirk Zingler voll hinter die Idee des stummen Fan-Protestes. „Die Ultras haben den Verein an ihrer Seite“, sagte der 54-Jährige.

Seine nachvollziehbare Begründung: „Ich habe in den letzten Wochen immer wieder gesagt, dass wir darauf achten, dass sich Union nicht verändert. Deshalb ist es für mich brutal ehrlich, dass die Szene sagt: Wir verhalten uns in der ersten Liga genauso wie in der zweiten Liga. Schon da haben wir klar Position und Haltung gegen Leipzig bezogen“, so Unions Präsident.

„Ich halte es für sehr ehrlich, es auch jetzt zu machen. Es ist schmerzhaft für uns, dass es am ersten Spieltag ist. Vielleicht ist es deshalb auch besonders stark, es wirklich in den ersten 15 Minuten zu machen“, so sein Statement.

Ultras werben für Boykott

Auch das Wuhlesyndikat (WS), Unions größte Ultragruppierung, meldete sich auf ihrer Homepage noch einmal ausführlich und sehr differenziert  zu Wort und verteidigten ihr Anliegen, das keiner „Ultra-Laune“ entsprungen sei. Der Widerstand gegen das Konstrukt müsse lebendig gehalten werden. „Ein Spiel gegen dieses kann nie ein normales Spiel sein!“, so die Begründung.

Andere Protestformen wie Banner, Choreografien oder Spruchbänder wurden verworfen, weil es nach Meinung des WS keine „wirkungsvollere Form“ als das brutale Schweigen geben kann. Dies werde man auch in den kommenden Jahren so durchziehen, denn Leipzig mit seinen 17 Mitgliedern sei kein Klub, sondern ferngesteuert und gehätschelt durch Brause-Millionen aus Österreich.

Keine Meinungsdiktatur

Und noch ein Aspekt ist dem WS wichtig. „Wir sind keine Ultraszene, die Ihre Ansichten und Meinungen anderen aufzwingt. Aber wir werben für unsere Ansichten und wir werben dafür, wie so oft in unserer Geschichte, gemeinsam zu handeln und gemeinsam ein starkes Bild abzugeben.

Am Sonntag lautet also für 15 Minuten die Devise: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!

Lesen Sie hier: Union-Idol Potti Matthies will Krach

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com