Zwei Tage nach dem Großputz liegt auf dem dunklen Sideboard schon wieder dieser feine graue Film. Wer mit dem Finger darüberfährt, sieht die Spur sofort und fragt sich, wozu das Wischen am Wochenende eigentlich gut war.
1. Teppich und Vorhang sind heimliche Speicher
Ganz aufhalten lässt sich das nicht: Ein Teil des Hausstaubs entsteht in jeder Wohnung neu, aus Hautschuppen, Fusseln und Fasern. Wenn sich die Schicht aber schon nach 48 Stunden wieder deutlich zeigt, steckt meist mehr dahinter. Sechs Ursachen kommen besonders häufig infrage, und die meisten davon sitzen in der Wohnung, nicht draußen vor dem Fenster.
Teppiche sollte man regelmäßig saugen.
© Michael Bihlmayer/Imago
Ein flauschiger Läufer im Flur, schwere Vorhänge am Fenster, eine Wolldecke über der Sofalehne: Was ein Zimmer gemütlich macht, arbeitet gegen Sie. In den Fasern setzen sich Partikel fest, dazu kommen Hausstaubmilben, deren Ausscheidungen den Staub weiter vermehren.
Das Tückische daran: Der Vorrat bleibt nicht liegen, wo er ist. Jeder Schritt über den Läufer und jedes Hinsetzen auf dem Sofa schleudert eine kleine Wolke in den Raum, die sich anschließend auf Regalen und Tischen niederlässt.
Was hilft: Weniger Stoff im Raum. Ein glatter Boden aus Parkett, Laminat oder Vinyl lässt sich abwischen, statt Partikel zu sammeln. Statt Gardinen tun es Jalousien oder Rollos. Wer auf Textilien nicht verzichten will, saugt sie regelmäßig ab und schüttelt Decken und Kissen draußen aus. Grünpflanzen bringen Wohnlichkeit zurück, ohne Fasern mitzubringen.
2. Was Sie an Jacke und Sohle mit hereintragen
Nicht alles kommt durchs Fenster. Ein großer Teil reist an Ihnen selbst mit: Pollen und feine Partikel bleiben an Mantel und Pullover hängen und rieseln drinnen langsam ab. Unter den Schuhen wird dazu mitgebracht, was auf dem Gehweg und im Treppenhaus liegt.
Dasselbe Prinzip wie beim Vorhang gilt auch für die Garderobe im Flur: Offen aufgehängte Sachen fangen Staub ein, den kein Lappen erwischt. Er kommt erst frei, wenn Sie den Pulli später aufschütteln.
Was hilft: Jacken, Schals und Mützen hinter einer Schranktür verstauen statt an den Haken im Flur. Frisch Gewaschenes gehört ebenfalls in den geschlossenen Schrank, nicht auf die Kleiderstange. Ausgeschüttelt wird draußen oder notfalls im Bad. Und Schuhe kommen an der Wohnungstür von den Füßen.
Vor allem unter Möbeln sammelt sich gerne Staub an.
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3. Lüften: Sparen bringt nichts
An einer viel befahrenen Straße in Berlin ist die Außenluft alles andere als sauber – Abgase, Bremsen- und Reifenabrieb, Ruß. Am Stadtrand oder in Parknähe sieht es zwar anders aus, aber nicht unbedingt besser: Dort sind es Pollen, Sand und feines Pflanzenmaterial.
Das Umweltbundesamt kommt zum Ergebnis: Beim Lüften wandert mehr Staub nach draußen als von dort herein. Zusätzlich verschwinden Ausdünstungen von Farben, Baustoffen und Putzmittelresten aus den Räumen. Und ohne Luftwechsel steigt das Risiko für Schimmel.
Was hilft: Auf den Zeitpunkt achten. Früh am Morgen oder spät am Abend, wenn der Verkehr abgeflaut ist, ist die Luft am saubersten. Lieber ein paar Minuten quer durchziehen lassen, als das Fenster stundenlang auf Kipp stehen zu haben.
Gerade nach ein paar Tagen Unaufmerksamkeit bildet sich gerne eine Staubschicht in der Wohnung.
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4. Kerzen und Kaminfeuer
Offene Flammen sehen behaglich aus, geben aber Feinstaub ab. Über die Wintermonate legt sich daraus nach und nach ein Belag auf Möbel, Bilderrahmen und Fensterbänke. Was hilft: Kerzen wählen, die kaum rußen, und nach dem Löschen einmal durchlüften. Wer einen Ofen hat, hält ihn sauber und verfeuert ausschließlich trockenes, dafür zugelassenes Holz.
5. Putzmittel
Etwas paradox: Auch das Saubermachen kann zum Staubproblem beitragen. Rückstände der Mittel gelangen in die Raumluft, binden dort Schwebeteilchen und sinken gemeinsam mit ihnen auf Möbel und Polster. Bei stark chemischen Produkten fällt das am deutlichsten aus.
Was hilft: Auf ökologische Reiniger umsteigen oder gleich zu Hausmitteln greifen. Für die meisten Aufgaben im Haushalt reichen Essig, Zitronensäure, Soda und Natron aus.
6. Drucker und andere Technik
Manche Geräte geben im Betrieb selbst Teilchen an die Umgebung ab, Drucker sind das bekannteste Beispiel. Nutzen Sie sie sparsam und reinigen Sie sie ab und zu, statt sie jahrelang unbeachtet im Regal stehen zu lassen.
Ganz staubfrei wird eine bewohnte Wohnung nie. Wer aber an zwei oder drei dieser Stellschrauben dreht, verschafft sich zwischen zwei Putzterminen spürbar mehr Luft.
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