Stau- und Unfallgefahr

Immer wieder Ärger mit den Zweite-Reihe-Parkern

Dürfen Lieferdienste wirklich alles?

Eric Richard Alexander Schmalz
Lesezeit 2 Min

Klar, sie können es niemandem recht machen. Ein Paketbote muss in Berlin durchschnittlich 160 Pakete pro Tour zustellen. Hinzu kommen die Retouren vom Vortag. Aufgrund des explodierenden Marktes bei Versandhäusern im Internet wird der Druck auf die Zusteller immer größer – und das sorgt für Gefahren auf den Straßen.

In der Hauptstadt sind jetzt jeden Tag regelmäßig über 2500 Zustellfahrzeuge unterwegs. Auffällig: Der Stress der Zusteller überträgt sich sichtbar auf die anderen Verkehrsteilnehmer der Stadt.

Denn für viele Zusteller zählt nur eins: So schnell wie möglich das Paket loswerden. Viele parken deshalb rücksichtlos in der zweiten Reihe. Doch obwohl sie ausliefern dürfen sie nicht machen, was sie wollen. Die Regeln, die für alle Verkehrsteilnehmer gelten, gelten auch für Liefer- oder Lastwagen.
Zwar ist das Stoppen neben geparkten Fahrzeugen in einigen Situationen grundsätzlich erlaubt, aber es gibt klare Vorschriften. „Zum Ein- und Aussteigen sowie Be- und Entladen darf man in zweiter Reihe halten – wenn man dabei keinen behindert“, erklärt Verkehrsanwalt Frank Häcker. 

Genau diese Definition wird von vielen ignoriert. Dabei haben Zusteller für spezielle Stellplätze Ausnahmegenehmigungen. Doch in Berlin sind diese Zonen oft schon belegt, meint ein UPS-Sprecher. „Die Ladezonen werden oft von Autos benutzt, die da nichts zu suchen haben“, sagt Martin Schillings von UPS. Also würden viele einfach ausweichen.

Dabei dürfen Zusteller jedoch nicht den Verkehr behindern oder gar Unfälle provozieren. „Das heißt, dass dahinter kommende Autos vorbeikommen müssen, ohne dafür anzuhalten“, sagt Häcker. Die Spur sollte also breit genug für zwei Fahrzeuge sein. Ansonsten gibt es für Zusteller eine ganz klare Anweisung: Fahrradwege müssen freigehalten werden.

Auf der Oranienstraße sorgen oft mehrere Lieferwagen für Stau.

Auf der Oranienstraße sorgen oft mehrere Lieferwagen für Stau.

© Volkmar Otto

Prinzipiell gilt fürs Halten in zweiter Reihe: Maximal drei Minuten an einer Stelle stehen und das Auto immer im Blick haben. In zweiter Reihe parken ist nur Taxis erlaubt.

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