Brandenburg, Zahlen bitte!

Was Statistiken über Berlins Nachbarn verraten

Landflucht, Bevölkerungswachstum, Elektroautos: Berlins Nachbarbundesland in Zahlen.

Jens Blankennagel
Lesezeit 2 Min
Landflucht: Auch in Brandenburg zeigt sich, dass immer mehr Menschen aus Dörfern in Städte, wie zum Beispiel Potsdam, ziehen (Archivbild).

Landflucht: Auch in Brandenburg zeigt sich, dass immer mehr Menschen aus Dörfern in Städte, wie zum Beispiel Potsdam, ziehen (Archivbild).

© imago/Rainer Weisflog

Der Blick in die Zahlenreihen lohnt sich, die das gesamte Geschehen in Brandenburg im Jahr 2017 abbilden. So zeigen sie, dass es auch im Nachbarbundesland das weltweite Phänomen der Landflucht gibt. Das immer mehr Menschen aus Dörfern in die Städte ziehen. So lebten 1971 im heutigen Brandenburg nur knapp 34 Prozent der Bevölkerung in Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern, inzwischen sind es fast 43 Prozent. Gleichzeitig ist die Bevölkerungszahl seit 1955 um fast acht Prozent gesunken auf nun 2,504 Millionen Einwohner.

Früher hieß es, dass die Uckermark der am dünnsten besiedelte Landkreis bundesweit ist. Aber dort leben immerhin 39 Einwohner pro Quadratmeter, im Kreis Prignitz sind es inzwischen nur noch 36 – in der Landeshauptstadt Potsdam sind es dagegen 933 Leute.

Landesweit stieg der Ausländeranteil an: 1991 waren 0,7 Prozent der Bevölkerung nichtdeutscher Herkunft, ab Mitte der 90er Jahren lag er stabil bei etwa 2,5 Prozent, nun sind es 4,4 Prozent.

Interessant ist, dass mehr Leute nach Brandenburg ziehen, als gleichzeitig aus Brandenburg wegziehen. Anfang der 90er-Jahre waren die Zahlen der Zu- und Abwanderung etwa gleich groß, inzwischen kommen 20.000 Leute mehr nach Brandenburg. Quasi die Gegenbewegung zur Landflucht, denn es zieht auch viel mehr Berliner raus aufs Land.

Immer mehr Elektroautos

Vielleicht wird dieser Trend auch durch die Gentrifizierung und die massiv steigenden Mieten in Berlin verstärkt. Die durchschnittliche Bruttokaltmiete betrug im Jahr 2017 in Brandenburg pro Quadratmeter 6,33 Euro, in Berlin waren es im Vorjahr 7,67 Euro.

Aus den Zahlen lassen sich auch schon erste Reaktionen der Bürger zum Beispiel auf die Dieseldebatte ablesen: So verfügten 2017 noch knapp 30 Prozent der neu zugelassenen Autos über Dieselmotoren, im ersten Halbjahr 2018 waren es nur noch 25 Prozent.

Gleichzeitig ist der Verkauf von Elektroautos um 66 Prozent gestiegen. Da es sich aber um sehr kleine Stückzahlen von gerade einmal 289 Elektro-Autos handelt, machen diese viel gepriesenen Trendsetter nicht mal ein Prozent der Neuwagen aus – eine Marke, die die angeblich so umweltbewussten Berliner im ersten Halbjahr dieses Jahre erstmal geradeso geknackt haben.

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