Der Markt der Neu-Macher jedenfalls boomt. Und das vor allem in Berlin. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt. Vieles steht noch am Anfang. Manche laufen mit ihren Plänen gegen die Wand. Andere dagegen wirbeln den Markt so richtig auf. Der KURIER besuchte ein paar Start-ups in der Hauptstadt.
Die Produktion einer Drohne in der Werkstatt von „Sitebots“ dauert mehrere Wochen. Viel Arbeit für die Tüftler – hier Jabin Dibazar und Holger Brink.
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Ganz schön abgehoben, diese Schüsseln: Summend hebt die Drohne ab. Jabin Dibazar und Daniel Dirks lassen die „Schüssel “ auf einem Feld steigen. Dieser Flugroboter kann aus der Luft hochauflösende Foto- und Videoaufnahmen erstellen, aber auch dreidimensionale Vermessungen. Zudem Temperatur- oder Gasmessungen. Auf jedem Gelände, aber auch im Wald oder auf Wiesen. Für die Firma „Sitebots“ war das 2013 eine Marktlücke. Immer mehr Firmen könnten diese Drohnen gebrauchen, dachten sie sich und gründeten ihre Firma. Gründer Dirks: „Ich wollte mir damals selber eine Drohne anschaffen und dann dachte ich, warum damit nicht den Markt erobern?“ 2014 zogen sie nach Brandenburg – vor allem wegen der Fördermittel.
Lassen eine Drohne steigen: Jabin Dibazar und Firmen-Gründer Daniel Dirks.
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Nun arbeiten sie etwa 25 Kilometer von Berlin-Mitte entfernt, im Speckgürtel der Hauptstadt. Seit einem Jahr haben sie bereits 20 Flugroboter verkauft (um die 20 000 Euro). Dirks: „Wir erwarten gerade in diesem Bereich einen Boom.“
Philip Siefer und Waldemar Zeiler handeln mit Kondomen.
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Die Jungs, die den Kondom-Markt aufmischen: Diese beiden Jungs haben nicht nur ein Händchen für gute Ideen – auch im Bereich Marketing geben Philip Siefer (33) und Waldemar Zeiler (34) richtig Gummi! Seit Anfang 2015 verkaufen die Berliner unter dem Label „einhorn“ vegane Kondome in schick gestalteten Tüten. Die Idee: Keine peinlichen Momente beim Präser-Kauf. Ihr Produkt verkauft sich – auch, weil die beiden in der Verhüterli-Branche für Wirbel sorgen. Erst traten sie in der Gründer-Casting-Show „Die Höhle der Löwen“ auf, lieferten sich kurz darauf Berlins bizarrsten Rechtsstreit mit einem anderen Kondomhersteller. Es ging um den angeblich irreführenden Satz „1 Tüte á 7 Stück entspricht bis zu 21 Orgasmen“ auf der Verpackung und die Behauptung, die Anleitung rege zum Mehrfach-Gebrauch an. Die „einhorn“-Jungs verloren, das Gericht verbot den Slogan. Geschadet hat es der Firma nicht. Siefer sieht Berlin als perfektes Start-up-Pflaster. „Berlin ist eine auf Änderung fokussierte Stadt, alles ändert sich die ganze Zeit – Platz für neue Ideen und Umsetzung!“, sagte er dem KURIER.
Philip Siefer und Waldemar Zeiler testen die Gummis auf ihre Tauglichkeit.
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Das Team von „Hello Fresh“ - hier Katharina Hoffmann, Romy Lindenberg und Tobias Kitzbichler – verkauft fertige Kochboxen.
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Pakete für Einkaufsmuffel: Jeder ist irgendwann mal etwas faul – nicht schlimm. Aber nützlich, wenn man daraus die richtige Geschäftsidee entwickelt. Die Macher von „HelloFresh“ nutzen dies aus, beliefern Abonnenten ihrer Firma mit Kochboxen, in denen Zutaten und Rezepte für komplette Gerichte enthalten sind. „Man sollte die Möglichkeit haben, sich gesund zu ernähren, auch wenn man nicht so viel Zeit hat“, sagte Romy Lindenberg (32, Deutschland- und Österreich-Chefin) dem KURIER. Wer keine Lust auf den Supermarkt-Bummel hat, kann sich direkt von „HelloFresh“ versorgen lassen. Das Konzept geht auf: Pro Quartal liefert die Firma 7,5 Millionen Gerichte an 800000 Menschen in der ganzen Welt aus. Und arbeitet immer an neuen Ideen: Neuerdings gibt es auch Kochboxen mit Rezepten für das Küchen-Gerät Thermomix. Warum Berlin eine Metropole für Start-ups ist? „Hier bewegt sich sehr viel, es gibt viele Gründer mit tollen Ideen und einen guten Austausch“, sagt Lindenberg.
Die Gründer Finn Age Hänsel, Chris Maslovski und Bastian Knutzen (v. links).
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Diese Truppe holt Umzüge ins 21. Jahrhundert: Eine neue Wohnung kann schön sein – wenn bloß der lästige Umzug nicht wäre. Aus der Not vieler Menschen haben diese Jungs eine kreative Geschäftsidee gemacht: die Firma „Movinga“ bietet Komplettpakete für Umzüge an. „Wir wollten Umzüge einfacher, schneller und sicherer machen, das leidige Thema endlich ins 21. Jahrhundert holen“, sagte Mit-Gründer Bastian Knutzen (23) dem KURIER. Im Januar 2015 startete er die Firma, inzwischen von Finn Age Hänsel (34) und Christoph Müller-Guntrun (33) geführt wird, mit seinen Kollegen Chris Maslovski (24). Jeder Kunde bekommt für einen Festpreis einen persönlichen Berater.
500 Angestellte arbeiten bei Movinga in Berlin.
© Movinga
Die Experten kümmern sich um die Organisation, um Kartons, Transport, die Helfer. Tausende Umzüge hat das Unternehmen schon organisiert. „Wir waren schon in über 80 Ländern, brachten sogar mal einen Hubschrauber vom Flugplatz in Ramstein nach Hawaii“, sagte Knutzen. Knapp 350 Leute arbeiten allein im Berliner Büro.
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