ADAC-Warnung

Viele Autofahrer schalten diese Funktion aus – das kann bis zu 5000 Euro kosten!

Viele Autofahrer deaktivieren die Start-Stopp-Automatik. Doch das Abschalten kann die Betriebserlaubnis gefährden und bis zu 5000 Euro kosten.

Foto von Autor/Autorin: Mariella Mandurino
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Die Ausschaltung der Start-Stopp-Funktion im Auto, kann zu erheblichen Folgen führen.

Die Ausschaltung der Start-Stopp-Funktion im Auto, kann zu erheblichen Folgen führen.

© Imago

Motor an und schon beginnt für manche Autofahrer das immer gleiche Spiel: Wer nicht möchte, dass der Wagen an der nächsten roten Ampel selbstständig den Motor abstellt, muss die Start-Stopp-Automatik erneut ausschalten. Denn bei vielen Modellen wird das System bei jedem neuen Fahrtantritt wieder aktiviert.

Start-Stopp dauerhaft ausschalten kann Betriebserlaubnis gefährden

Manche Autobesitzer suchen deshalb nach einer dauerhaften Lösung. Im Netz gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten. Angeboten werden beispielsweise sogenannte Dongles, die an die Diagnose-Schnittstelle des Autos angeschlossen werden. Auch über spezielle Apps oder Änderungen an der Fahrzeugsoftware beziehungsweise Codierung lässt sich das System bei bestimmten Modellen beeinflussen.

Die Start-Stopp-Automatik dient dazu Sprit zu sparen.

Die Start-Stopp-Automatik dient dazu Sprit zu sparen.

© Christin Klose/dpa

Ziel ist dabei immer dasselbe: Das Auto soll sich merken, dass der Fahrer Start-Stopp ausgeschaltet hat, oder die Funktion soll gleich vollständig deaktiviert bleiben. Das klingt bequem, kann für den Fahrzeughalter allerdings unangenehme Folgen haben.

Der ADAC rät davon ab, die Funktion eigenmächtig dauerhaft stillzulegen. Entscheidend ist nämlich nicht allein, ob Dongle, App oder eine veränderte Codierung technisch funktionieren. Der Eingriff muss für das jeweilige Fahrzeug auch zulässig sein.

Versicherung kann bis zu 5000 Euro zurückfordern

Denn Start-Stopp spielt bei den Verbrauchs- und Abgaswerten eines Autos eine Rolle. Wird die ursprüngliche Funktionsweise nachträglich verändert, kann deshalb auch die Zulässigkeit des Fahrzeugs betroffen sein. Nach Angaben des ADAC kommt eine dauerhafte Abschaltung nur für Autos infrage, deren Betriebserlaubnis diese Möglichkeit abdeckt. Und solche Modelle seien selten. Wer Gewissheit für sein eigenes Auto möchte, sollte deshalb direkt beim Hersteller nachfragen.

Problematisch kann eine solche Veränderung spätestens bei der Hauptuntersuchung werden. Verschlechtern sich durch die abgeschaltete Automatik die Abgaswerte, kann dies dort beanstandet werden. Noch teurer könnte es nach einem Unfall werden: Ist durch den Eingriff die Betriebserlaubnis erloschen und war die Veränderung für den Unfall relevant, kann die Kfz-Haftpflichtversicherung laut ADAC bis zu 5000 Euro vom Versicherten zurückfordern. In der Kaskoversicherung drohen je nach Fall zudem Leistungskürzungen oder sogar der Verlust des Versicherungsschutzes.

Start-Stopp-Automatik kann auch offiziell abgeschaltet werden

Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied: Viele Autofahrer müssen ihren Start-Stopp-Knopf keineswegs meiden. Bei manchen Autos hat der Hersteller bereits eine Taste eingebaut, mit der sich die Automatik abschalten lässt. Häufig erkennt man sie an einem „A“, das von einem Pfeil umgeben ist. Wer diesen serienmäßig vorgesehenen Schalter benutzt, nimmt keine dauerhafte technische Veränderung am Fahrzeug vor.

Dieser Knopf ist in bestimmten Autos zu finden: So kann man die Start-Stopp-Automatik manuell ausstellen.

Dieser Knopf ist in bestimmten Autos zu finden: So kann man die Start-Stopp-Automatik manuell ausstellen.

© Abdullah Guclu/Imago

Bei entsprechenden Modellen bleibt Start-Stopp anschließend lediglich für die aktuelle Fahrt deaktiviert. Wird die Zündung später erneut eingeschaltet, steht auch die Automatik wieder zur Verfügung. Diese zeitlich begrenzte Abschaltung per Taste ist laut ADAC zulässig.

Heißt für Autofahrer: Entscheidend ist nicht einfach, ob Start-Stopp ausgeschaltet wird, sondern auf welche Weise. Einen vom Hersteller vorgesehenen Schalter zu drücken, ist etwas anderes, als per Dongle, App oder Codierung dafür zu sorgen, dass die Funktion dauerhaft außer Kraft gesetzt bleibt.

Ein Grund für die dauerhafte Abschaltung ist die Sorge, dass das ständige Anlassen des Motors Batterie und Starter stärker beansprucht. Nach Einschätzung des ADAC müssen Fahrer deswegen jedoch keinen vorzeitigen Defekt befürchten. Die entsprechenden Bauteile seien bereits für die zusätzlichen Startvorgänge ausgelegt.

Zudem hat die Automatik einen messbaren Zweck: Im reinen Stadtverkehr seien laut ADAC Kraftstoffeinsparungen von bis zu 15 Prozent möglich. Gleichzeitig sinke der Schadstoffausstoß.

Wer von der Start-Stopp-Automatik genervt ist, sollte deshalb genau unterscheiden: Gibt es im Fahrzeug eine Taste für die vorübergehende Abschaltung, kann diese genutzt werden. Von Apps oder anderen technischen Eingriffen für eine dauerhafte Deaktivierung sollte man dagegen die Finger lassen, solange nicht geklärt ist, dass genau das für das betreffende Modell zulässig ist.

Was halten Sie von der Start-Stopp-Automatik? Schalten Sie die Funktion in Ihrem Auto regelmäßig aus? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com

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