Mitten im Trubel des Prenzlauer Bergs sieht es im Inneren des Stadtbads ein bisschen aus wie in einer Kirche. Weite Gänge, vielen Bögen und ein großer Leuchter. In der Mitte das 20-mal 12 Meter große Schwimmbecken.
Eine Attraktion: Man kann den Boden hochfahren, das Wasser verschwindet darunter und das Bad wird zur Festhalle.
Stadtbad Oderberger Straße
Die Türen des Hauses stehen offen. Die 72 Hotelzimmer werden schon seit Januar genutzt. Der Andrang soll groß sein.
© Sabine Gudath
Aus den 300 Bade- und Duschzellen machte man Hotelzimmer. Die Trennwände sind noch sichtbar.
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Tini Diekmann zeigt die Hotelbar. Hier warteten zu DDR-Zeiten Frauen auf eine Duschzelle.
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Denkmalschutz und Ästhetik: Die Türen von damals wurden zum Teil erhalten.
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Ein Haus mit Geschichte unweit der U-Bahnstation Eberswalder Straße. 1898 wurde es erbaut, das Bad 1902 eröffnet. 1986 folgte die Schließung, eine Bürgerinitiative kümmerte sich um den Erhalt. Jetzt ist alles neu.
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Eigentümerin Barbara Jaeschke blickte jahrelang von ihrem Büro nebenan auf das Stadtbad, das seit 1986 geschlossen ist. 18 Millionen Euro wurden investiert und fünf Jahre restauriert. Bald wird dieser traditionsreiche Ort in der Oderberger Straße zum Leben erweckt. Vor über 100 Jahren entstand dieser Neorenaissance-Bau: Er hat die Bomben des Zweiten Weltkriegs, die Wirren der Wendezeit mit Künstler-Aktionen im Prenzlauer Berg überlebt. Vieles von damals wurde erhalten. Die Kassenhäuschen sind schemenhaft zu erkennen, aus den Wartesälen wurden eine Bibliothek und eine Bar. Seifenhalten und Umkleidetüren erhielt man als Ausstellungsstücke, sie erinnern an die 1980er-Jahre. Einen Teil des Bads bauten Architekten und Handwerker zu einem 4 Sterne-Hotel um, das dabei hilft, das schöne alte Bad zu finanzieren.
Tini Diekmann vom Hotel sagt: „Schon jetzt haben wir eine gute Auslastung, wir bekommen viele Anfragen. Ab 135 Euro pro Nacht ist ein Zimmer zu haben. Im schwarzen Anzug steht sie jetzt wieder vor dem Schwimmbecken und zeigt auf die Verzierungen an der Wand: „Die haben wir erhalten, unser Haus steht unter Denkmalschutz.“ Viele Berliner machten hier die ersten Schimmzüge. Wie Rainer Lüdtke aus Hohenschönhausen. Dem KURIER sagte er: „1965 lernte ich mit meinem Vater im Stadtbad schwimmen, es war immer ein altertümlicher Bau, hatte etwas Romantisches.“ Wenn das Stadtbad nach 3 Jahren wieder öffnet, möchte er sofort reinspringen. Der Eintritt für zwei Stunden wird 6 Euro kosten.
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