Berlin - Wer sein Geld für gute Zwecke spendet, braucht Vertrauen. Er erwartet, dass seine Spende nicht in dunklen Kanälen verschwindet. Die Justiz ermittelt jetzt gegen die VFK Krebsforschung in Reinickendorf: Von 12,5 Millionen Euro soll nicht mal ein Fünftel in die Krebs-Heilung geflossen sein – der Rest in eine PR-Firma!
Es war offenbar ein Betrüger-Trio, das im Institut an der Antonienstraße die Fäden zog. Der Staatsanwalt hat Anklage gegen Chefin Regina S.-E. (73), Wolfgang R. (65) und den Anwalt Jens G. (42) aus Bad Pyrmont erhoben. Die Vorwürfe: Untreue und Betrug. „Nur 18 Prozent der seit 2005 erhaltenen Spenden wurden für die Satzungsziele ausgegeben“, sagt Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Lendeckel.
Die Ermittlungen hatten Bürger angestoßen, die wegen aggressiver Werbe-Briefe der VFK Anzeige erstatteten. Darin hieß es: „Dringend! Antworten Sie bitte innerhalb von zehn Tagen.“ Gesteuert wurden die Spenden-Kampagnen offenbar von einer Marketing-Firma in Garbsen bei Hannover. Daher leitet auch die dortige Justiz die Ermittlungen. Sie hält das Krebs-Institut für eine Art Briefkastenfirma, die vor allem Umsatz für die Marketing-Agentur erwirtschaften sollte.
Der KURIER bemühte sich gestern um eine telefonische Stellungnahme der VFK Krebsforschung: kein Anschluss unter dieser Nummer. MOW
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