St. Hedwig

Kein Loch mehr in ihrer Kirche

Die Bischofs-Kathedrale darf für 60 Millionen Euro umgebaut werden.

Gerhard Lehrke
Lesezeit 2 Min
Die beiden Nischen am Eingang bleiben zugemauert.

Die beiden Nischen am Eingang bleiben zugemauert.

© imago/Herb Hardt

2014 hatten das  Architekturbüro Sichau & Walter (Fulda) und der Künstler Leo Zogmayer den Wettbewerb zur Umgestaltung gewonnen. Zentraler Punkt: Das „Loch“ in der Mitte wird geschlossen. Die Unterkirche mit einer Kapelle,  den Gräbern Berliner Bischöfe und des  Naziopfers Domprobst Bernhard Lichtenberg wird zur echten Krypta.  Darüber, im Hauptraum, rückt  der Altar als Symbol Christi in die Mitte des runden Kuppelbaus. Die Sitze werden kreisförmig aufgestellt.   2016 sprach sich der Diözesanrat – die Vertretung der katholischen Laien – mit 78 Prozent für die  Umgestaltung aus. Erzbischof Heiner Koch folgte diesem Vorschlag.

Erzbischof Heiner Koch vor dem Loch (8 Meter Durchmesser) zwischen  Ober- und  Unterkirche. 

Erzbischof Heiner Koch vor dem Loch (8 Meter Durchmesser) zwischen  Ober- und  Unterkirche. 

© Markus Wächter / Waechter

Sanierund und Umbau kosten 60 Millionen Euro

Dann gab es aber  keine Einigung zwischen  dem Bezirksamt Mitte mit  seiner Unteren Denkmalbehörde und  dem Landesdenkmalamt. Das führte zur Einschaltung der   Obersten Denkmalschutzbehörde bei der Senatskulturverwaltung. Sie beschied: Das kirchliche Selbstorganisationsrecht ist stärker als das denkmalrechtliches Erhaltungsinteresse. Das Erzbistum wollte den Umbau, weil die Kirche im gegenwärtigen Zustand weder geistlich noch räumlich  gut für die Gottesdienste geeignet sei.

Das Bezirksamt wird  jetzt einen Bescheid fertigen. Damit wird der Umbau erlaubt, mit einer Ausnahme: Zwei gemauerte Nischen („Konchen“) am Eingang dürfen nicht als Fenster oder Türen geöffnet werden. Sanierung und Umbau der Kirche und des benachbarten Bernhard-Lichtenberg-Hauses sollen  60 Millionen  Euro kosten, bis zu drei Jahre dauern. Jeweils 20 Millionen Euro  sollen Diözese Berlin, die deutschen Bistümer sowie Bund (12 Millionen) und Land Berlin (8 Millionen) beisteuern. 

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