„Ich stand in der Siemensstraße, als ich plötzlich schreiende Menschen und ein seltsames Metallklappern hörte“, sagt Ingo Sperling (49). Der ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Oberschöneweide, war mit seinen Kameraden im Rahmen der Mai-Demonstrationen im Einsatz. „Und als ich mich umgedreht habe, kam das Pferd mit dem Sulky angerast“. Sperling reagiert blitzschnell, stellt sich dem verängstigten Traber in den Weg und reißt die Arme hoch. „Da ist das Tier langsamer geworden.
Und dann bin ich ganz ruhig hingegangen und habe es zu fassen bekommen“. Mit der Hilfe eines Polizisten bringt Sperling die Stute auf ein nahe gelegenes Feuerwehrgelände, nach zwei Stunden holt Besitzerin Monika H. (55) ihr Pferd nach Hause.
Sie sagt: „Beim Anlegen des Zaumzeugs hat Bora Geran gescheut.“ Fahrer Andre H. habe ihr dann die Peitsche gegeben. „Und da ist mein armes Pferd durchgegangen“.
Am Tag nach dem Amok-Trab steht die Stute Bora Geran (6) mit Pflegerin Jackie auf einer Wiese in Kleinbeuthen.
© Klaus Oberst Lizenz
Der völlig zerstörte Sulky kurz nach dem Amok-Trab
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Ingo Sperling bändigte die wilde Stute.
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Die Tierschutzorganisation PETA kritisiert seit Jahren, dass „es zum Trainingsalltag gehört, mit der Peitsche auf die Tiere einzuschlagen.“ Durch ein offenes Gatter auf der Trabrennbahn Karlshorst entkommt „Bora Geran“ (35 Starts, ein Sieg) schließlich den bösen Hieben und donnert durch den beschaulichen Stadtteil. 19 Autos, zwei Fahrräder und ein Motorrad werden durch „Bora Geran“ und den hin- und herschlagenden Sulky geschrottet.
„Den Schaden übernimmt zum Glück meine Versicherung“, sagt Monika H. „Und das Wichtigste ist doch, dass niemand verletzt wurde. Auch mein Pferd nicht.“
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