Spritklau-Statistik

Berlin, Hauptstadt der Tank-Diebe

Benzin-Räuber tanken ihr Auto voll und verschwinden dann, ohne zu bezahlen. Eine Studie in 115 Städten zeigt: Berlin ist die deutsche Hauptstadt der Tank-Diebe.

Marc Fleischmann
Lesezeit 2 Min
Berlin, Hochburg der Tankbetrüger: Diese Bande fuhr mit einem lange abgemeldeten Auto acht Tankstellen an und verschwand jeweils ohne zu bezahlen.

Berlin, Hochburg der Tankbetrüger: Diese Bande fuhr mit einem lange abgemeldeten Auto acht Tankstellen an und verschwand jeweils ohne zu bezahlen.

© Polizei Lizenz

In diesen Fällen gingen die Täter in Berlin besonders dreist vor: Zwischen Februar und Mai des vergangenen Jahres nutzte eine Spritklau-Bande mit wechselnden Fahrern bei acht Delikten immer das selbe Fahrzeug, einen Fiat Brava. Das Auto mit dem Kennzeichen B-DO 4618 hat die Polizei auf einer Brandenburger Raststätte entdeckt. Es war nicht mehr angemeldet und der Vorbesitzer unbekannt verzogen. Von der Bande fehlt nach wie vor jede Spur.

Diese Taten sind in der Hauptstadt aber nur die Spitze des Eisbergs: Die Tankbetrüger schlugen 2014 in Berlin genau 7006 Mal zu. Das sind rund 20 Straftaten pro Tag. Mit großem Abstand auf Platz zwei folgt Hamburg mit knapp 2700 Fällen. In der Hansestadt wird jede dritte Tat aufgeklärt. In ganz Deutschland waren es 86358 Fälle von Tankbetrug.

Vielleicht liegt es an der Anonymität der Hauptstadt, Berlin ist für Tankwarte auf jeden Fall ein ganz heißes Pflaster. Statistisch betrachtet bekommt jede Berliner Tankstelle 24 Mal im Jahr Besuch von Tankbetrügern. In Berlin wird nicht nur am häufigsten pro Tankstelle Benzin geklaut, hier werden mit nur einem Fünftel auch die wenigsten Taten aufgeklärt.

Im vergangenen Jahr konnten hier nur in 21,8 Prozent der Fälle die Täter ermittelt werden. Im Vorjahr waren es noch 24,5 Prozent. In krassem Gegensatz dazu steht Mecklenburg-Vorpommern, wo die Polizei auf Länderebene mit 61,3 Prozent die meisten Fälle löst.

Bei den Städten ist das Gefälle noch größer: In Weiden (Oberpfalz) kommen die Ermittler auf eine phänomenale Aufklärungsquote von 91,9 Prozent. Der typische Spritdieb ist laut Studie in 75 Prozent der Fälle männlich, zwischen 30 und 50 Jahre alt und wohnt meist in der Nähe der von ihm geschädigten Tankstelle.

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