Bomben-Alarm an der Stadtgrenze

Weltkriegsmunition wird gesprengt – auch Berliner müssen raus!

Bomben-Alarm bei Groß Glienicke. Am Mittwoch wird Weltkriegsmunition gesprengt. 850 Menschen müssen raus – auch in Berlin-Gatow. B2 und L20 gesperrt.

Foto von Autor/Autorin: Sebastian Karkos
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Bis ganz in den Westen von Berlin reicht am Mittwoch der Sperrkreis.

Bis ganz in den Westen von Berlin reicht am Mittwoch der Sperrkreis.

© Friso Gentsch/dpa

Explosiver Fund vor den Toren der Hauptstadt! In einem Waldstück bei Groß Glienicke schlummerten jahrzehntelang Bomben, Granaten und Handgranaten aus dem Zweiten Weltkrieg. Jetzt wird der Höllen-Schrott in die Luft gejagt. Und auch ein Stück Berlin muss geräumt werden!

Wegen Bombenfund: 50 Häuser in Gatow werden geräumt

Denn der Sperrkreis reicht bis nach Spandau: In Gatow müssen rund 150 Menschen ihre Häuser verlassen. Betroffen sind dort etwa 50 Einfamilienhäuser, der Landschaftsfriedhof Gatow, Teile der Rieselfelder und der Habichtswald.

Entdeckt wurde das gefährliche Erbe bei einer systematischen Munitionssuche im Auftrag der Bundesimmobilienverwaltung – eigentlich sollten dort nur Forstarbeiten vorbereitet werden. Am Mittwoch (30. September) rücken die Sprengmeister des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Brandenburg an.

Sperrkreis von 1,5 Kilometern

Auf Brandenburger Seite heißt es für rund 700 Anwohner der Waldsiedlung Groß Glienicke: Koffer packen! Deadline für alle: 9.30 Uhr! Im Sperrkreis liegen auch die Preußenhalle, das Landesamt für Umwelt, eine Gemeinschaftsunterkunft und eine Einrichtung für Betreutes Wohnen.

Der Katastrophenschutz hat Mittwoch in Groß Glienicke einiges zu tun.

Der Katastrophenschutz hat Mittwoch in Groß Glienicke einiges zu tun.

© Martin Müller/imago

Doch wie kam das Kriegsarsenal überhaupt in den Wald? Experte Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg kennt die Antwort: „Militärhistorisch lässt es sich so erklären, dass die Kampfmittel vom Flugplatz Gatow kamen und im Sommer 1945 dann in das Waldgebiet verbracht wurden. Bei den gefundenen Kampfmitteln handelt es sich unter anderem um Bomben, Granaten und Handgranaten.“ Das meiste stammt von der Wehrmacht, einiges aber auch von den Alliierten.

Viermal kracht es, Verkehrschaos droht!

Ein Großteil der Munition wurde schon abtransportiert. Der Rest ist zu gefährlich, er wird in vier Phasen gesprengt.

Autofahrer aufgepasst! Die B2 und die L20 werden dichtgemacht. Umleitungen führen über Ritterfelddamm, Kladower Damm und Gatower Straße. Die Buslinie 638 fährt Umwege, der letzte 604er rollt kurz nach 9.30 Uhr aus der Gefahrenzone.

Premiere für die Behörden: Erstmals steuert das Potsdamer Ordnungsamt einen solchen Einsatz über die Landesgrenze bis nach Berlin! Die Berliner Polizei sichert den Bereich östlich der B2.

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