Stoff
Nichts ist schlimmer für einen angeblich mächtigen Politiker, als seine Ohnmacht zugeben zu müssen. Sie lässt ihn plötzlich nackt dastehen.
So geht es jetzt den Staatenlenkern der EU. Deshalb tun sie so, als könnten sie das Atom-Abkommen mit dem Iran noch retten und die Folgen der amerikanischen Sanktionen verhindern oder abmildern. Sie reden von Schutz, von Optionen, von Einigkeit, die stark mache, und darüber, mit den USA noch einmal zu sprechen. Donald Trump soll die – noch gar nicht vorhandene – Einigkeit der EU erfahren und unter diesem Eindruck noch einmal seine Entscheidung überdenken.
Aber dieser Versuch war schon gescheitert, als Frankreichs Präsident Emmanuel Macron noch Donald Trump mit Umarmungen und Küssen umschmeichelte und Kanzlerin Angela Merkel den US-Präsidenten mit freundlicher Vernunft zu überzeugen versuchte.
Das alles hatte ihn nicht im Mindesten beeindruckt. Er blieb beim Ausstieg aus dem Iran-Abkommen. Warum sollte sich dies jetzt ändern? Trump handelt rein innenpolitisch, Verträge und die Interessen anderer Staaten sind ihm egal.
So wird es auch bleiben. Das Atom-Abkommen haucht von Tag zu Tag mehr Leben aus. Europäische Firmen werden sich, sofern sie auch in den USA engagiert sind, aus dem Iran zurückzuziehen. Denn vor den US-Sanktionen kann sie keine europäische Regierung schützen.
Es wird vielleicht noch ein paar Wochen mit dem Reden weitergehen, am Ende aber wird Trump siegen. Im Iran werden die Atomzentrifugen wieder laufen und die Gefahr eines neuen Krieges im Nahen Osten wird näherrücken. Und die EU kann nur ohnmächtig zusehen. Sie ist nur ein Scheinriese.
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