Ein Mega-Hype erreicht die Hauptstadt! An Schulen, in Bahnen, in Büros – überall spielen Menschen auch in Berlin mit „Fidget Spinnern“, den kleinen Hand-Kreiseln, die sich dank Kugellager zwischen den Fingern drehen („spinnen“) lassen. Hergestellt sind sie aus Plastik und Metall, eigentlich unnütz – und dennoch begehrt.
„Momentan ist der Hype um die Spinner der absolute Wahnsinn“, sagt Spielwaren-Expertin Josephine Wendland (27). Sie arbeitet beim „Spielzeugland Messedat“, einem Fachgeschäft in den Schönhauser Allee Arcaden.
Dennis Schleussner ist deutscher Jo-Jo-Meister und Weltmeister im „Stacking“, dem blitzschnellen Stapeln von Plastikbechern, übt inzwischen auch Spinner-Tricks.
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„Wir verkaufen zwischen 400 und 600 Stück – pro Tag!“ So einen Trend habe man zuletzt vor drei Jahren erlebt, als jeder „Loom Bands“ wollte, Gummiringe zum Knüpfen von Armbändern. „Damals waren Mädchen zwischen fünf und vierzehn die Zielgruppe. Jetzt betrifft es alle Altersstufen. Wir hatten sogar schon Rentner, die sich Fidget Spinner kauften.“
Warum sind die Mini-Teile so erfolgreich? Das weiß niemand. Eigentlich wurden sie als Therapie-Spielzeug beispielsweise für Patienten mit ADHS entwickelt. Ob die Kreisel nervösen Menschen helfen, ist wissenschaftlich nicht belegt.
KURIER fragte einen, der es wissen muss: Der Berliner Dennis Schleussner (38) kennt sich aus mit Trend-Spielzeugen. Er ist deutscher Jo-Jo-Meister und mehrfacher Weltmeister im „Stacking“, dem blitzschnellen Stapeln von Plastikbechern. Auch er gibt zu: Auf den ersten Blick können die Spinner nichts. „Aber wer sich länger damit beschäftigt, erkennt, dass man aus den Teilen gute Tricks herausholen kann.“
Die Spinner gibt es in verschiedenen Varianten, manche leuchten sogar.
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Er stellte inzwischen ein Video ins Netz, balanciert das Spielzeug von Finger zu Finger, wirft es um seinen Körper. „Es kann sein, dass der Trend Ende des Sommers vorbei ist, aber ich sehe gerade für Leute, die Kunststücke einstudieren wollen, viel Potential.“
Einige Schulen verbannten das Spielzeug inzwischen, weil die Kinder es auch im Unterricht nicht aus der Hand legen wollten. Und eine Mutter aus Texas warnte, weil ihre Tochter (10) beinahe an einem kleinen Teil erstickte.
Dennoch ist die Nachfrage ungebrochen. Ob der Trend allerdings länger anhält, weiß man auch im Handel nicht. Josephine Wendland: „Natürlich wünschen wir uns das. Aber die Erfahrung zeigt: Je heißer eine Flamme ist, desto schneller brennt sie herunter.“
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