Grund für die Sperrstunde sind laut Mitteilung die vielen Beschwerden von Anwohnern über Lärm, die sich in den letzten Jahren gehäuft hätten. „Mit der geplanten Allgemeinverfügung wird der Außenausschank für alle Lokale auf der Simon-Dach-Straße gleichermaßen eingeschränkt. Bisher gab es hier für verschiedene Gaststätten unterschiedliche Regelungen“, sagt Ordnungsstadtrat Andy Hehmke. Mit der nun geplanten Regelung könne der nächtliche Lärm, unter dem der Kiez leide, nachhaltig eingeschränkt werden.
Wird der Sperrkreis bald noch größer?
Die Allgemeinverfügung gilt zunächst nur für die Simon-Dach-Straße, weil dort die Probleme für die Anwohner am größten sind. Denkbar sei jedoch, so Hehmke, dass der Bereich 2019 ausgeweitet wird, wenn sich die Sperrstunde bewährt. Das Ordnungsamt soll die Einhaltung kontrollieren, auch die Polizei soll eingebunden werden.
Die Einführung der Sperrstunde für die Außenbewirtung ist nicht der erste Versuch, Ruhe in den Kneipenkiez zu bringen und die „Ballermanisierung“ zu stoppen. Bereits 2015 startete der Bezirk eine Aktion mit Pantomimen. Mit geschulten Begleitern sollten die Künstler bei Partygängern im Kiez für mehr Sauberkeit und gegenseitiges Verständnis werben. Dieses Projekt brachte jedoch nichts.
Auch die Sperrstunde ist nicht neu: Bereits vor etwa 15 Jahren gab es im nördlichen Teil der Simon-Dach-Straße die Vereinbarung, dass an Wochentagen um 23 Uhr und an Wochenenden um 24 Uhr draußen Ausschankschluss ist. Für den südlichen Teil galt das jedoch nicht.
Das Viertel zwischen Grünberger, Warschauer und Revaler Straße gilt seit Jahren auch international als beliebtes Ausgehkiez. Mit seinen etwa 3000 Biergartenplätzen ist einer der größten Hotspots für Partytouristen in Friedrichshain-Kreuzberg.
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