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Das Muss ist so groß, dass der Fernsehturm locker untendurch schlüpfen könnte. Vier Pflichtspiele. Zwei Unentschieden. Dazu Pleiten in Sandhausen und bei Viktoria Köln (Pokal). Zu wenig und viel zu bitter für die Unioner-Seele, die unter Uwe Neuhaus sechs Jahre mit einer steten Aufwärtsentwicklung gestreichelt wurde. Die zudem in der Vorsaison ein bisschen Umbruch- und Trainertheater aushielt – um mit Düwel am Ende auf Platz sieben zu landen.
Von dort, so die eiserne Beschlusslage, soll es weiter nach oben gehen. Aufstieg ist der Traum. Aber Träume sind im Profikick oft schneller verflogen als das Deo eines Defensiv-Abräumers. Die Saison rast davon – und Union schaut hinterher. Genau deswegen heißt es heute: mit aller Gewalt Traumerhalt.
Man kann es sich kompliziert machen und nach dem Grund für die spürbare Unzufriedenheit bei den Köpenickern zu suchen. Dann landet man vielleicht beim Vergleich der beiden Übungsleiter Neuhaus und Düwel. Der Alte, der mit Dynamo Dresden aus der 3. Liga nach oben will, sammelte 1,335 Punkte pro Zweitliga-Spiel. Der Neue, an dem manche schon zweifeln, wenn der Union-Kapitän die Seitenwahl verliert, steht bei 1,324 Zähler im Schnitt.
Die Unzufriedenen krakeelen jetzt: „Siehste, der Düwel ist einfach kein Schritt nach vorn. Der kniet vorm Altar seiner Dreierkette und nüscht wird besser.“ Die Zuversichtlichen mahnen hingegen: „Eine Saison und drei Spiele bei vielen internen Problemen und Sorgen sind verdammt kurz, um mit minimalen Mitteln in die Bundesliga zu spazieren. Offensiv läuft’s doch schon. Locker bleiben, das wird.“
Genau zwischen den beiden, den rot-weißen Schal um den Hals und einen beruhigenden Hopfensaft in der Hand, steht der eiserne Realist: „Mal ehrlich, Jungs. Zum Aufstieg haben wir immer gesagt: Wir können, aber wir müssen nicht. Aber mit unserem Potenzial musst du so eine Truppe wie Sechzig einfach weghauen. Gerade, weil es bisher nicht lief. Gerade, weil viele Wünsche offen geblieben sind. In München gibt es nur eines: drei Punkte!“
Das ist die Gemütslage in Eisernland. Weil Druck & Gier die lauten Söhne des Erfolgs sind.
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