Sonderzüge

700 Flüchtlinge aus München nach Berlin - 300 reisen weiter

Weiter kommen Tausende Flüchtlinge über die Balkanroute nach Deutschland. In München sind es allein am Wochenende knapp 13 000 gewesen. Berlin nimmt weitere Menschen auf - die Kapazitäten in den Heimen sind erschöpft.

BK
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Flüchtlinge bei ihrer Ankunft am Bahnhof Schönefeld (Brandenburg).

Flüchtlinge bei ihrer Ankunft am Bahnhof Schönefeld (Brandenburg).

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„Wir können zwischen 350 bis 400 Flüchtlinge aufnehmen“, sagte die Sprecherin. Entgegen ersten Auskünften könnten alle Menschen noch in einer der beiden Sporthallen im Olympiapark (Glockenturmstraße) untergebracht werden. Brandenburg wolle rund 300 zusätzliche Plätze schaffen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Potsdam. „Brandenburg bemüht sich nach Kräften, so viele Flüchtlinge wie möglich unterzubringen.“

Berlin erreiche seine Grenzen, sagte Kneiding. In den bestehenden mehr als 60 Unterkünften müssten alle näher zusammenrücken. Der Koordinierungsstab des Senats prüfe weitere Großprojekte.

Nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) wird voraussichtlich in der kommenden Woche als erstes einer der sieben Hangars auf dem stillgelegten Flugplatz Tempelhof als Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert. Am Wochenende ging dort noch das Lollapalooza-Festival über die Bühne. Das Land könne dann Zelte und Toilettencontainer des Festivalveranstalters in dem Hangar übernehmen, sagte Müller am Freitagabend am Rande des Sommerfestes der Berliner SPD.

Es könnten nicht einfach bis zu 800 Menschen ohne jede Privatsphäre nebeneinander untergebracht werden. Duschen müssten dann im nahe gelegenen Columbiabad genutzt werden, wo die Sommersaison zu Ende geht.

Am Münchner Hauptbahnhof kamen am Wochenende knapp 13 000 neue Flüchtlinge an. Die Behörden in Oberbayern rechneten noch mit weiteren Zügen. Bayern appellierte an die anderen Länder, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Das Land fühle sich von den anderen Ländern im Stich gelassen. Diesen Vorwurf ließ Kneiding nicht gelten.

„Berlin war von Anfang an solidarisch. Wir haben immer unseren Beitrag geleistet“, betonte die Sprecherin. Allein seit vergangenen Samstag (5. September) habe Berlin rund 5500 Flüchtlinge regulär sowie außerplanmäßig aus München und Salzburg aufgenommen. Dazu kämen nun die bis zu 400 Menschen vom Sonntag. Das seien in acht Tagen knapp 6000 - annähernd so viele wie im gesamten Jahr 2013.

In der kommenden Woche soll auch die ehemalige Landesbankzentrale in der Bundesallee in Wilmersdorf als Erstaufnahmeeinrichtung eröffnet werden. So soll vor allem das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in der Turmstraße entlastet werden. Dort warteten in den vergangenen Monaten täglich mehrere hundert Asylbewerber auf ihre Registrierung, oft tagelang.

Bundespräsident Joachim Gauck lobte am Samstag auf dem Bürgerfest in Schloss Bellevue das außerordentliche Engagement der Bürger. Ohne das Engagement vieler Ehrenamtlicher könnten Staat und Kommunen die derzeitigen Flüchtlingszahlen nicht bewältigen. Nach Ansicht des Bundespräsidenten führt die aktuelle Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge zu einer „ernsthaften Hochstimmung“ in Deutschland. dpa

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