Sonnabend, 21.32 Uhr am Flughafen in Frankfurt: Die Lufthansa-Maschine hat wegen Gewitters Verspätung. Die meisten Hertha-Spieler sind schon etwas ungeduldig nach dem Richtig-wichtig-Auswärtssieg in Darmstadt. Doch Kalou lässt sich davon an Gate A13 nicht anstecken.
Als er auf sein Smartphone schaut, lächelt er plötzlich los. Seine Augen funkeln vor Freude. Der Grund ist nicht ein Video von seinem wichtigen Kopfballtor. Nein! Mutter Helene ist auf dem kurzen Filmclip zu sehen. Wie sie gerade kocht und mit dem Löffel im Topf umrührt.
Kalou schaut mit Optimismus auf das letzte Saisonspiel gegen Leverkusen.
© imago/Jan Huebner
Voller Stolz zeigt Salomon das Video dem KURIER-Reporter und sagt: „Meine Mama kocht gerade, sie macht das beste Essen und es gibt mir viel Kraft und Biss.“ Im Kochtopf von Helene Kalou brutzelt ein Huhn. „Kedjenou“ ist das Nationalgericht an der Elfenbeinküste. Die ivorische Küche gilt als eine der pikantesten an der afrikanischen Westküste.
Schärfe und Torhunger ist auch wieder bei Kalou da. Zwei Monate musste der Stürmer auf ein Tor warten, beim 2:1-Heimsieg gegen Dortmund jubelte er und jetzt wieder in Darmstadt. „Tore sind nur wichtig, wenn man auch gewinnt. Und manche Tore sind wichtiger in einer Saison“, sagt er.
Vielleicht war es Kalous wichtigster Treffer, seit er vor drei Jahren zu Hertha kam. Es könnte der Treffer nach Europa werden, wenn Hertha am Sonnabend im Heimspiel gegen Leverkusen alles mit einem Sieg endgültig klarmacht.
„Vielleicht war es das Euro-Tor. Das wissen wir dann in ein paar Tagen.
Salomon Kalou und Mutter Helene. Sie ist gerade zu Besuch in Berlin und bekocht den Sohn.
Wir wollen unbedingt die Europa League spielen. Das ist gut für den Verein und für die Stadt. Unsere tollen Fans haben es verdient. Die Europa League ist viel attraktiver geworden als noch vor ein paar Jahren“, sagt Kalou.
Auch für den Stürmer selbst ist der internationale Wettbewerb noch mal der Kick im zweiten Frühling seiner Karriere. Mit dem FC Chelsea wurde er 2012 Champions-League-Sieger. Er will die Euro-Bühne, in diesen Sphären liegt sein sportlicher Ehrgeiz. Jetzt sieht er das Ziel kurz vor Augen – mit Hertha.
Mit einem Klub, der vor fünf Jahren das zweite Mal hintereinander abstieg, als er den Henkelpott beim Londoner Nobelklub in der Hand hielt. Mama Helene, die gerade in Berlin zu Besuch ist, ist auf jeden Fall Sonnabend im Stadion und serviert danach hoffentlich das Euro-Dinner.
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