Im Superwahljahr 2017 wünschen sich (fast) alle Politiker einen fairen Wahlkampf. Konkret versteht man darunter einen Wahlkampf, der nicht ständig von irgendwelchen Social Bots, also Meinungsrobotern, manipuliert wird. Ich habe das erst nicht verstanden: Angriffe durch Meinungsroboter – hieß das nicht früher noch „politischer Aschermittwoch“?
Aber gibt es fairen Wahlkampf überhaupt? Schon in der Familie, der Keimzelle unserer Gesellschaft, kommt fairer Wahlkampf nicht vor. Die Rollen sind von Anfang an klar: Papi ist die CDU, Mami die SPD, beide zusammen machen auf GroKo, während die Kinder „Linke“ Dinger drehen, „Grün“ hinter den Ohren sind oder „Liberal“ für Ihre Freiheit eintreten, aber im Zweifelsfall nix zu sagen haben.
Ob es wirklich ein fairer Wahlkampf gewesen sein wird, kriege wir erst heraus, wenn Wladimir Putin überraschend Bundeskanzler wird und der russische Geheimdienst dementiert, irgend etwas damit zu tun zu haben... Obwohl ich mir einen fairen Wahlkampf wünsche – aber ich wünsche mir auch Frieden und eine gerechte Gesellschaft. Doch der Weihnachtsmann bringt permanent Socken und eine neue Krawatte. Faschist!
Fairer Wahlkampf ist bei uns Menschen nicht als Strategie angelegt. Sogar im Privatleben manipulieren wir – genau wie VW. Etwa bei Verabredungen mit möglichen PartnerInnen, bei der man drei Stunden lang im Restaurant die drohende Blähung zurück hält und dadurch manipulierte Abgaswerte produziert! Die wahren Abgaswerte werden nachgeliefert, wenn man zusammen zieht. Also: Solange wir nicht ehrlich furzen, wird es kein fairer Wahlkampf!
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