Hier hatten die großen Nager nicht nur Bäume gefällt, sondern sogar ganze Straßen zerstört, an denen Grabenböschungen verlaufen. Werden diese Grabenböschung nicht geschützt, wühlen sich die Tiere unter der Straße durch, die dann absacken – inzwischen Alltag im Oderbruch.
Deshalb werden die Straßen nun mit Schutzmatten aus Draht geschützt, sobald ein Biberbau der Nähe entdeckt wird. Allein auf einem 900 Meter langen Grabenabschnitt wurden kürzlich 22 Biberbauten gefunden.
Die Biberfamilie vom Treptower Park muss sich nicht fürchten
Ein Brandenburger Spezialunternehmen hat 2019 bereits mehr als vier Kilometer Schutzmatten verbaut: nicht nur an den Wassergräben, sondern auch an den Oderdeichen. „Da ist der Schutz ja noch viel dringender, weil Biber ihre Burgen sonst in die Dämme bauen und die Standsicherheit der Hochwasserschutzanlagen gefährden“, so der Firmenchef.
Im Plänterwald in Treptow hat sich eine Biberfamilie häuslich eingerichtet.
© Eric Richard
Die Sprecherin des Brandenburger Umweltministeriums, Frauke Zelt, bestätigt das. Und sagt: „Bei fachgerechtem Einbau sind die Matten tatsächlich ein guter Schutz gegen Biberbauten in den Deichen. Die Stahlgitter können die Tiere nicht zerbeißen.“
Wie bei einem Sandwich wird die Biberschutzmatte aus biegsamem Drahtgeflecht mittels Hydraulik zwischen zwei Stahlplatten geklemmt. Anschließend rammt ein Kran sie senkrecht in die Böschung des Grabens an einer Straße im Oderbruch, bis zu 1,5 Meter tief unter die Grabensohle.
Mit einem großen Bagger werden schwere Stahlplatten in die Erde gerammt. Darin befinden sich engmaschige Bibergitter.
© dpa/Patrick Pleul
„Dann ziehen wir die Platten wieder raus und die Drahtmatte bleibt im Boden und hält den Biber auf“, erklärt der Chef der Ingenieur Wasser und Tiefbau GmbH Frankfurt (Oder), Kai Herrmann.
Die Biberfamilie vom Treptower Park muss hingegen nicht fürchten, den Weg versperrt zu bekommen. Einige Bäume wurden mit starkem Draht umwickelt, um sie zu schützen. Ansonsten dürfen sich die Nager dort völlig frei bewegen. Um der Natur freien Lauf zu lassen.
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