Berlin - Schlechte Noten für Beipackzettel: Banken sollen ihren Kunden übersichtliche und leicht verständliche Informationen zu Finanz-Produkten geben. Ein frommer Wunsch, denn die Praxis sieht an vielen Schaltern leider anders aus. Das beweist eine Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbandes.Sogenannte Beipackzettel könnten Geldanlage-Produkte endlich transparenter machen. Außerdem sollen Kunden zwischen verschiedenen Angeboten besser vergleichen können. So die Idee des Bundesverbraucherschutzministeriums.Doch die Informationsblätter sind total unheitlich. Weil gesetzliche Standards fehlen, versucht jede Bank einen eigenen Weg. Langatmige und schwammige Beschreibungen sind leider typisch, es fehlen klare Gliederungen und es wird getrickst. So heißt es in einem Fall, das "angelegte Geld ist zu einhundert Prozent kapitalgeschützt". Erst viel weiter hinten im Text steht der entscheidende Satz: "Die Anleihe ist mit dem Insolvenzrisiko der Bank behaftet." Was im Klartext heißt: Das Geld ist bei einer Pleite futsch, und zwar alles."Vieles bleibt für Verbraucher unverständlich, Zusammenhänge sind zu kompliziert dargestellt", bestätigt der Geld-Experte der Berliner Verbraucherzentrale Dr. Peter Lischke. Die Beipackzettel, die die Banken seit wenigen Wochen freiwillig herausgeben, bringen unterm Strich nicht mehr Überblick. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte zwölf Produktblätter von sieben Anbietern untersucht.------------------------------Das müssen Sie beachtenWeil es bisher keine einheitlichen Regeln für Beipackzettel gibt, muss man selbst auf bestimmte Kriterien achten.Die Kosten: Welche sind nur einmalig, welche müssen laufend gezahlt werden?Die Rendite: Wie hoch ist je nach Laufzeit die jährliche Verzinsung?Die Risiken: Gibt es ein Kursrisiko, weil das Produkt am Aktienmarkt gehandelt wird? Wie hoch ist mein Geld abgesichert, falls die Bank Pleite macht?Die Flexibilität: Kann man während der Laufzeit über sein Geld verfügen, lässt sie sich eventuell verkürzen oder der Vertrag nachträglich verändern?Die Mindestanlage: Wie viel Geld muss bei dem Finanzprodukt mindestens angelegt werden oder kann ich mich frei entscheiden?Verständlichkeit. Finger weg, wenn man Fachbegriffe nicht versteht. Eine Beschreibung ist nur dann wirklich gut, wenn man den Inhalt mit eigenen Worten grob erklären kann.------------------------------
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com