Wind, Regen, Schneefall? Wer künftig am Ostkreuz am Regionalbahnsteig „Ru“ warten muss, ist den Launen des Wetters ausgeliefert. Das sollte sich zwar eigentlich mit der Fertigstellung (geplant 2017) ändern, wird es aber wohl doch nicht: Das in den ursprünglichen Bauplänen verzeichnete Dach soll eingespart werden. Begründung der Bahn laut dem Fahrgastverband Igeb: Die Ringbahnhalle biete genug Wetterschutz, sodass ein Dach für den restlichen Bahnsteig nicht nötig wäre.
Pech also, wenn man nicht mit der Ringbahn fahren will, sondern auf dem unteren Steig seinen Zug erwartet. Hinzu kommt: Der Weg von der Ringbahnhalle auf die darunter liegenden Bahnsteige – wie eben auch den dachlosen „Ru“ – wird Reisenden nicht leicht gemacht. Denn die Bahn spart auch an dieser Stelle.
Insgesamt neun Rolltreppen und eine feste Treppe (in der Grafik rot) werden laut Igeb doch nicht gebaut, ebenfalls aus Spargründen. Leider ein echter Schildbürgerstreich, wie jeder der zu Stoßzeiten am Ostkreuz ein-, aus- oder umsteigen muss, jetzt schon absehen kann!
Bereits jetzt ist der Bahnhof ein Nadelöhr. Zu Stoßzeiten schieben sich Tausende Fahrgäste über völlig überfüllte Auf- und Abgänge. Wie das mit noch Tausenden mehr gehen soll, mit denen die Bahn für die kommenden Jahre rechnet?
Übrigens: Der Senat will vom Ostkreuz-Sparvorhaben nichts gewusst haben. Das ergibt die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Katrin Vogel (CDU): „Dem Senat sind keine Pläne der Deutschen Bahn bekannt, auf abwärts führende Rolltreppen bzw. auf das Dach des Regionalbahnsteigs zu verzichten“, heißt es darin wörtlich. Dem Eisenbahn-Bundesamt, das Änderungen genehmigen muss, sind die Pläne wohl bekannt.
Der Antrag sei Juli 2014 eingegangen, heißt es auf Anfrage des KURIER. Und: „Da die Antragsunterlagen nicht vollständig waren, hat das Eisenbahnbundesamt die Bahn aufgefordert, nachzubessern.“ Offensichtlich haben die Bahn-Planer ihre Arbeit so richtig im Griff ... LS
„Ich steige hier jeden Tag um, wenn ich meine Freundin besuche“, sagt Sergio Caceres (27). Er sei froh gewesen, als letztes Jahr endlich ein neues Gleis am Ostkreuz eröffnet hat. „Doch leider ist es zu eng. Das nervt!“
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Mit ihrer kleinen Tochter hat Jennifer Timmermans (27) am Bahnsteig E nie ein gutes Gefühl. „Die Enge macht einen nervös. Da muss man manchmal richtig Angst haben.“ Und mit einem Kinderwagen sei es lebensgefährlich!
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Horst Hulak (67) wohnt direkt im Nachbarkiez und wundert sich. „Was? Das Gleis 8 soll schon fertig sein ? Das ist doch viel zu schmal. Ich habe gedacht, das sei eine Zwischenlösung mit nur einem Treppenzugang.“
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„Das ist hier alles ganz schön eng“, sagt Udo Walluscheck (56). Er hätte wirklich nicht gedacht, dass das so bleiben soll an Gleis 8. „So ein schmaler Bahnsteig mit nur einem Zugang ist doch auch ein Sicherheitsrisiko.“
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