So werden Schadstoffe reduziert und Schimmelbildung vermieden

BK
Lesezeit 3 Min

Hand auf Herz! Lüften Sie die Zimmer nicht so oft? Dabei verbessert richtiges Lüften das Raumklima, das wiederum ist gut für unser Wohlbefinden. Und frische Luft verringert auch die Konzentration an eventuell vorhandenen schädlichen Stoffen und beugt der Schimmelbildung vor.Doch schon beim Thema Lüften scheiden sich die Geister: In einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse gab etwa die Hälfte der Befragten an, die Fenster nur zu kippen, um frische Luft hinein zu lassen. Nur jeder Zweite lüftet so, wie es die Experten empfehlen: stoßweise mit weit geöffnetem Fenster.Während sich in Altbauten das Lüften durch undichte Fenster und Fugen meist von selbst erledigt, muss man in Wohnungen mit dichten Türen und Fenstern nachhelfen. Am schnellsten und effektivsten ist das Stoßlüften. Dabei öffnet man das Fenster mehrmals täglich für etwa fünf bis zehn Minuten weit. In dieser Zeit erneuert sich die Raumluft meist komplett. Ebenso effektiv ist das Querlüften bei weit geöffneten Fenstern und Türen. Klar ist, dass im Winter dabei die Heizung abgestellt wird.Stellt man seine Fenster über längere Zeit nur auf Kipp, klappt der Luftaustausch nicht. Die Frischluft gelangt nur in die Nähe der Fenster und am Boden kühlt der Raum zu stark aus - Umstände, die die Schimmelbildung fördern.Schimmel verhindernDurch Kochen, Duschen und Atmen entsteht viel Feuchtigkeit in der Wohnung, die sich auf kalten Wänden niederschlägt. Die feuchtesten Räume sind Küche und Bad. Wird dann zu wenig gelüftet, ist der Schimmel programmiert.Aber auch in kühlen Räumen wie dem Schlafzimmer droht Gefahr. Deswegen muss das regelmäßig durchgeheizt werden. Bei Kälte schlägt sich die Feuchte schneller nieder, vorzugsweise an den Außenwandflächen und hinter den Möbeln. Diese sollten deswegen nicht zu dicht an der Wand stehen. Am besten sind zehn Zentimeter Abstand. So kann die Raumluft zirkulieren.Das Gefährliche: Schimmel ist mit bloßem Auge oft schwer erkennbar und es gibt unzählige Arten. Nur unter bestimmten Bedingungen entstehen gut sichtbare Flecken. Spätestens, wenn es in der Wohnung muffelig riecht, sollte man sich auf die Suche machen. "Der Schimmelpilz kann die Gesundheit stark belasten, denn er verteilt seine Sporen über die Luft, die die Menschen dann einatmen", sagt TK-Ärztin Dr. Andrea Hoppe. So können Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schleimhautreizungen, Infekte oder Allergien auftreten. Asthmakranke sind besonders betroffen.Die Feuchtigkeit in Innenräumen sollte im Winter zwischen 30 und 50 Prozent liegen. Günstig sind Temperaturen von 19 bis 22 Grad Celsius, im Badezimmer dürfen es auch 24 Grad sein. Gemessen wird die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer. Um verlässliche Angaben zu erhalten, hängt man das Hygrometer an einer Innenwand in einer Höhe von 1,5 Metern auf. Positioniert man es an Außenwänden, im Fensterbereich oder in der Nähe von Heizungen, kann dies die Werte verfälschen.Wasserdampf muss rausÜbrigens ist es ein Irrglaube, dass an Regentagen besonders viel Feuchtigkeit durch das Lüften ins Haus kommt. Das größte Problem ist der Mensch selbst. Jeder Mensch schwitzt und gibt schon bei leichter Arbeit etwa 60 Gramm Wasser pro Stunde an die Raumluft ab. Sogar im Schlaf sind es rund 40 Gramm Wasser. Alles in allem verdunsten in einem Vier-Personenhaushalt 12 bis 14 Liter Wasser am Tag. Dieser Wasserdampf muss nach draußen geleitet werden, sonst gibt es Schimmel.Auch wenn es draußen kalt ist, überheizen Sie die Räume nicht - höhere Temperaturen bewirken höhere Schadstoff- und Staubkonzentrationen.Infos: www.vpb.de, www.tk-online.de------------------------------BU: Schimmel an der Wand! Hier muss schnell die Ursache gefunden werden.BU: Ganz wichtig: Das Fenster mehrmals täglich weit öffnen - für fünf bis zehn Minuten.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema