Heidi Klum hat sie in strahlend Weiß, bei Rauchern sind sie oft gelb. Bei Schauspieler Jürgen Vogel sind sie ungewöhnlich angeordnet und bei vielen Deutschen fehlt der eine oder andere. Richtig: von unseren Zähnen ist die Rede! Jeder wünscht sich ein perfektes Gebiss, doch nur die wenigsten empfinden die eigenen Beißerchen als ideal. Lücken, Kronen, Verfärbungen: für die Mehrheit der Deutschen keine Fremdwörter. Dabei steht ein strahlendes Lächeln für gutes Aussehen, Gesundheit und Erfolg. Laut Studien empfinden 78 Prozent der Deutschen makellose Zähne als absolutes Statussymbol. Was aber, wenn die Natur einem nicht das perfekte Strahle-Gebiss mitgegeben hat - oder Nachlässigkeiten die Zähne arg in Mitleidenschaft gezogen haben? Nur nicht aufgeben! Experten sind sich einig: für schöne Zähne ist es nie zu spät! Wir entlarven gängige Zahnputzmythen und verraten, wie Sie mit richtiger Pflege und regelmäßiger Prophylaxe Ihre Zähne wieder zum Strahlen bringen.Irrtum 1: Kampf dem Karies - tüchtig schrubben hilft ammeisten Ganz im Gegenteil. Eine zu rabiate Putztechnik kann fatale Folgen haben. Sie kann etwa das Zahnfleisch zurückschieben und die empfindlichen Zahnhälse freilegen. Wer seine Zähne zu sehr schrubbt, scheuert außerdem nach und nach den schützenden Schmelz herunter. In der Hoffnung, unschönen Belägen und Verfärbungen zu Leibe zu rücken, nehmen viele dann auch noch Zahnpasta mit aggressiven Schleifmitteln, die dem Schmelz ebenfalls schadet. Experten empfehlen, nur mit leichtem Druck zu putzen. Wer dafür ein Gefühl entwickeln will, probt an einer Küchenwaage: Zeigt sie zwischen 150 und 200 Gramm Belastung an, ist der Druck auf die Zahnbürste genau richtig. Noch besser: Greifen Sie zu einer elektrischen Zahnbürste, deren rotierende e Bewegungen gründlich säubern, ohne Druck auszuüben.Irrtum 2: Gut gebürstet: Immer von rot nach weißLange hieß es: Immer von rot nach weiß, also vom Zahnfleisch zur Zahnkrone putzen. Inzwischen gilt diese Regel als überholt. Denn wer die Bürste stur vom Zahnfleisch zur Kaufläche führt, kommt mit den Borsten nicht unter den Zahnfleischrand. Und genau dort setzen sich Bakterien besonders gern fest und fördern Zahnhalskaries und Parodontitis. Zahnärzte empfehlen heute die sogenannte Bass- oder Rütteltechnik. Dafür setzt man die Zahnbürste in einem 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand an und bewegt sie mit leichten, rüttelnden Bewegungen auf der Stelle. Das holt Speisereste aus den Zwischenräumen sowie Zahnfleischtaschen und löst Beläge. Dann führt man die Bürste mit einer leichten Drehbewegung Richtung Zunge. Genauso wichtig wie man putzt, ist was man putzt. Nämlich immer alle Zähne und da jeweils Vorderseite, Rückseite und die Kaufläche säubern.Irrtum 3: Nach jedem Essen bürsten Kaum ist der letzte Bissen geschluckt, kommt bei vielen Menschen die Zahnbürste zum Einsatz. Ganz falsch! Wer nach jedem Essen sofort zur Komplettreinigung ansetzt, schadet seinem Gebiss mehr, als dass er ihm Gutes tut. Denn säurehaltige Speisen, wie beispielsweise Obst, oder Getränke mit hohem Säuregehalt, etwa Wein, erweichen kurzzeitig den Zahnschmelz. Wer dann losschrubbt, dem drohen Schäden im Zahnschmelz. Besser ist es, sich den Mund erst einmal nur mit Wasser auszuspülen und eventuell festgebissene Speisereste mit Zahnseide zu entfernen. Frühestens nach einer halben Stunde ist dann der Bürsteneinsatz erlaubt. Da es mittlerweile Menschen gibt, die viel zu oft und viel zu intensiv ihre Zähne putzen, geben Zahnärzte die Parole "weniger ist mehr" heraus. Tatsächlich würde es ausreichen, einmal am Tag gründlich die Plaque zu entfernen. Da das den wenigsten Menschen gelingt, empfehlen die meisten Experten, morgens und abends gründlich zu putzen und dabei auch Zahnseide zu nutzen, als mehrmals oberflächlich zu schrubben und dabei dem Schmelz zu schaden.Irrtum 4: Jedes Kind kostet einen Zahn Dieser Volksglaube gilt nicht wenn Schwangere ein paar Dinge beachten. Sie sollten sich ausgewogen und gesund ernähren und dürfen die gründlichen Kontrollen beim Zahnarzt nicht vergessen. Besonders wichtig ist jetzt eine gute Mundhygiene mit Zahnbürste, Zahnseide und Mundspüllösung. Grund für die besondere Aufmerksamkeit: In der hormonellen Ausnahmesituation Schwangerschaft werden Zahnfleisch und Zahnbett empfindlicher, Entzündungen drohen.Irrtum 5: Zahnfleisch, das nicht blutet, ist gesund Regelmäßiges Zahnfleischbluten ist zwar ein sicheres Indiz für Entzündungen und Parodontitis. Doch ist Zahnfleisch, das nicht blutet, trotzdem nicht automatisch gesund. So bleibt bei starken Rauchern das Alarmzeichen auch in fortgeschrittenen Entzündungs-Stadien oft aus. Durch den Nikotinkonsum verengen sich ihre Blutgefäße so stark, dass minimale Blutungen leicht zu übersehen sind. Auch bei Menschen, die Zahnseide oder Interdentalbürsten meiden, bleiben Zahnfleischerkrankungen oft lange Zeit unerkannt. Meist beginnen die Entzündungen nämlich in den Zahnfleischtaschen, in die die Borsten der normalen Zahnbürste nicht reichen. Die Folge: Ohne weitere Hilfsmittel bleibt der Entzündungsherd unangetastet, und somit bleibt auch das Zahnfleischbluten aus.Irrtum 6: Milchzahnpflege ist nicht so wichtig Milchzähne müssen nicht übermäßig gepflegt werden, weil sie nach ein paar Jahren ausfallen? Ein fataler Irrtum! Kariesbakterien können bereits im Babyalter über das Zahnfleisch in die noch nicht gewachsenen, aber dennoch im Kiefer eingelagerten Zähne gelangen, wo sie Schäden anrichten können. Weiterhin können Kariesbakterien, die die Milchzähne befallen, auch Schädigungen in den wiederum im Kiefer bereits angelegten bleibenden Zähnen hinterlassen. Darüber hinaus haben die ersten Zähnchen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Kiefers und die Stellung der bleibenden Zähne. Damit diese an den richtigen Stellen durchbrechen können, müssen ihnen die Milchzähne im Kiefer den nötigen Platz freihalten. Das können sie aber nicht, wenn sie vorzeitig verloren gehen. Dann kippen die Nachbarzähne in die entstandene Lücke. Jene verengt sich, der durchbrechende bleibende Zahn kann sich nicht richtig in die Zahnreihe einordnen und wächst schief.Irrtum 7: Kaugummikauen statt Putzen Auch wenn die Werbung so tut als ob: ein Kaugummi sorgt vielleicht für frischen Atem, ersetzt aber die Zahnbürste nicht. Trotzdem bringt das Kauen einen Mehrwert: Es regt die Speichelproduktion an. Das führt zum einen dazu, dass Speisereste aus Zahnzwischenräumen geschwemmt werden. Zum anderen hilft der Kaugummi nach einer Mahlzeit, dass sich das Säuremilieu im Mund schneller wieder auf dem optimalen Level einpendelt, wodurch Kariesbakterien weniger Chancen haben.Irrtum 8: Apfel ersetzt Zahnbürste Ein Apfel ist ein sehr gesundes Früchtchen, aber in Sachen Zahnhygiene anders als angenommen doch eine Nullnummer. Apfelkauen kann zwar oberflächliche Beläge von den Zähnen holen. Aber das Kauen holt weder Speisereste aus den brisanten Stellen am Zahnfleischsaum und in den Zwischenräumen, noch entfernt es Beläge. Außerdem enthalten Äpfel Säuren, die den pH-Wert des Speichels verändern und den Schmelz angreifen. Der enthaltene Fruchtzucker ist zudem ein willkommenes Fressen für Kariesbakterien - und wo die sich laben, entstehen aggressive zahnschädigende Säuren.Irrtum 9: Zucker zerfrisst die Zähne Zu viel Zucker schadet den Zähnen - das weiß wohl jedes Kind. Was viele allerdings nicht wissen, ist warum. Zucker zerfrisst nämlich nicht wie oft angenommen den Zahnschmelz. Er greift wesentlich subtiler an, indem er die Bakterienkulturen füttert, die auf und zwischen den Zähnen sitzen. Die unerwünschten Untermieter zersetzen mit Vorliebe Kohlenhydrate. Dabei entstehen säurehaltige Stoffwechselprodukte, die schließlich zu Karies führen können. Trotzdem wird kaum jemand wegen dieser Aussicht gänzlich auf süße Sünden verzichten wollen. Trotzdem können Sie Ihre Zähne vor Überzuckerung schützen. Wichtig ist, nicht über den Tag verteilt immer wieder stark Zuckerhaltiges zu essen, sondern eine Portion über einen definierten Zeitraum. Danach eine halbe Stunde warten, dann Zähneputzen und die Bakterien habe keine Chance mehr.Irrtum 10: Teetrinken schadet den ZähnenTeetrinker haben oft unschön verfärbte Zähne. Doch dies ist ein rein kosmetisches Problem, denn: In dem aromatischen Getränk stecken nämlich keine Zahnteufel, dafür aber äußerst zahnfreundliche Stoffe. Dazu gehören neben Fluor auch die sogenannten Tannine. Diese Bitterstoffe hemmen das Enzym Amylase, das im Speichel vorhanden ist und Stärke zu kariesförderndem Zucker umwandelt.------------------------------Mundhygiene in DeutschlandAlle wünschen sich weiße Zähne - und trotzdem wird die Mundpflege hierzulande viel zu wenig beachtet. Laut Statistik verbrauchen die Deutschen im Durchschnitt gerade einmal rund 2 Zahnbürsten pro Kopf und Jahr. Viel zu wenig: Denn Zahnärzte empfehlen den Wechsel der Zahnbürste nach spätestens 3 Monaten. Auch bei der Zahnzwischenraumpflege wird zu viel gespart. So liegt der Verbrauch von Zahnseide hierzulande gerade einmal bei 2,2 Prozent des empfohlenen Solls. Zudem stehen 4,6 tatsächlich verbrauchte Zahncremetuben einer empfohlenen Menge von 8,6 Tuben entgegen. Genau entgegengesetzt verhält es sich mit dem jährlichen Zuckerkonsum, der sich gefährdend auf die Zahngesundheit auswirkt: Hier werden 33 Kilogramm pro Kopf und Jahr, statt der erlaubten 22 Kilogramm verzeichnet.------------------------------
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