So schlugen sich die alten Rittersleut’

Das große Scheppern von Bernau

Am Sonnabend prügeln sich 250 Männer mit Äxten und Schwertern.

MARCUS BÖTTCHER und ANDREAS KLUG (Fotos)
Lesezeit 2 Min
Die sportlichen Ritter in ihren Rüstungen kurz vor dem Training.

Die sportlichen Ritter in ihren Rüstungen kurz vor dem Training.

© cam.cop media / Klug Lizenz

Der Wettkampf ist Vollkontakt, Hemmungen gibt es keine ...

Der Wettkampf ist Vollkontakt, Hemmungen gibt es keine ...

© cam.cop media / Andreas Klug Lizenz

... , Action garantiert.

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Florian (25), Martin (27), Hardy (22), Mike (36) und Geronimo (22, v.l.n.r.) haben ihre Ritter-Helme abgelegt und posieren für den KURIER-Fotografen.

Florian (25), Martin (27), Hardy (22), Mike (36) und Geronimo (22, v.l.n.r.) haben ihre Ritter-Helme abgelegt und posieren für den KURIER-Fotografen.

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Metall rettet Leben. Hätte Florian, im wahren Leben Ergotherapeut, seine Rüstung nicht am Leib, die Axt hätte den Körper des 25-Jährigen zerfetzt. Aber Florian ist Ritter der Neuzeit. Am Sonnabend zieht er in die Schlacht in der Bernauer Drei-Felder-Halle (Heinersdorfer Straße).

Bei dem Turnier treten mehr als 250 Ritter (darunter zwölf Frauen) gegeneinander an, es ist das größte in Mitteleuropa. Im Ring stehen fünf gegen fünf. Wer mit dem Knie den Boden berührt oder hinfällt, ist für seine Mannschaft raus. Ein Kampf, genannt Buhurt, geht über zwei Runden, meist etwa drei Minuten. „Erlaubt sind alle Kampfsportstile, dazu der Einsatz der Waffen“, erklärt Mike Wedding. Der 36-Jährige ist Veranstalter der Sportveranstaltung, Mitglied des „Sword-Gym Brandenburg“ und gleichzeitig Bundestrainer. „Von außen mag es aussehen wie Rumgehaue, letztlich ist es ein koordinierter Mix aus Boxen, Ringen, Tritten und Schlägen.“

Dumpfe Prügelknaben kommen allerdings nicht weit. Klar, Kraft und Koordination sind Grund-Voraussetzung. Entscheidend sind letztlich aber Kämpferherz und Taktik.

Finanzberater Martin, 27 Jahre alt, nutzt den Sport als Ausgleich zum körperlich wenig fordernden Bürojob. Die besonderen Herausforderungen: „Die Sicht ist eingeschränkt, es ist dunkler unterm Helm, man hört nicht so gut, kann schlechter atmen, hinzu kommen mindestens 35 Kilogramm zusätzliches Gewicht durch die originalgetreue Rüstung.“ Und dann der Schweiß. Er steht den Kämpfern in den Schuhen (komplett kostet eine Ausrüstung locker 2000 Euro). Ohne Fitness kommt man nicht weit.

Erstmals fand das Ganze in Bernau im Jahr 2013 statt. Neun Mannschaften aus acht Nationen nahmen teil. Ziel der Brandenburger Kämpfer ist die Weltmeisterschaft in diesem Jahr in Polen. Wedding: „Wir bieten keine Mittelalter- oder Jahrmarktshow. Sondern echten Sport. Vollkontakt.“

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