Berlin - Eine lukrative Urlaubsreise, Schmuck oder ein paar tausend Euro direkt in die Hand: Auch Berliner Beamte sind anfällig für Bestechung. Wenn es nach der Justizsenatorin geht, könnten sie noch in diesem Jahr im Internet anonym angezeigt werden.Für die Bekämpfung solcher Verbrechen hat Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) klare Vorstellungen. Dem KURIER sagte sie: "Noch vor der Abgeordnetenhauswahl im September sollte ein so genannter elektronischer Briefkasten installiert werden." Rund um die Uhr können dann dort Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes und Bürger Hinweise auf Schmier-Geschäfte geben.Und so funktioniert das System: Ein spezielles Computerprogramm filtert die Adressen der Informanten heraus und leitet nur die Sachhinweise an die Experten für Korruptionsbekämpfung weiter. Diese können ihrerseits über das Computerprogramm Rückfragen an den Informanten schicken, der darauf wieder antworten kann. So werden weitere wichtige Informationen ausgetauscht, die auf die Spur von Korruptions-Tätern führen können - aber alles anonym.Damit bleiben Tippgeber streng geschützt. Die Justizsenatorin: "Klarnamen könnten für Informanten arbeitsrechtliche Konsequenzen haben und sogar zur Kündigung führen. Deshalb machen wir das anonym."Damit nicht offene Rechnungen beglichen und Mitarbeiter zu Unrecht angezeigt werden, prüfen die Experten natürlich zunächst, ob auch tatsächlich Korruption im Spiel ist.Allein 2009 gab es in Berlin 215 Verfahren im Zusammenhang mit Schmier-Geschäften. Die Technik- und Personalkosten für den elektronischen Briefkasten liegen lediglich unter 2000 Euro im Monat. R. GORNY------------------------------Zwischenzeile: NOCH VOR HERBST SOLL DER KASTEN EINSATZBEREIT SEIN
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