Im offenen Vollzug sitzen Straftäter, von denen keine Fluchtgefahr und keine Gefahr für die Gesellschaft ausgeht. Dennoch sind sie verurteilte Verbrecher mit Privilegien: Sie kommen in den Genuss, Gemeinschaftsküchen zu nutzen. Fast alle gehen einer geregelten Arbeit oder Ausbildung außerhalb der Anstalt nach. Ein Konzept, das offenbar funktioniert. Lediglich 0,03 Prozent aller Berliner Insassen des offenen Vollzugs wurden 2012 rückfällig.
Trotzdem herrscht Frust. Hier Auszüge aus dem Brief von einem Häftling des offenen Vollzugs am Kiefheider Weg (Heiligensee), der seine Zeit im Knast wohl mit einem Hotel-Besuch verwechselt hat:
„In keinem Buch oder Heft der Anstalt steht, wie lange man schlafen darf. Einmal war um 10 Uhr Zählung.“
„Wenn man 5 Min. zu spät kommt wegen Bus oder Bahn, soll man anrufen. Aber man bekommt trotzdem Ärger.“
„Das Essen ist zum Kotzen, es wiederholt sich immer wieder.“
„Die ganze Zeit heißt es kein Geld ... Aber Streichen innerhalb von 3 Monaten die Flure 3 Mal neu.“
„Monatelang waren in den Duschen schwarz-gelb-grüne Punkte.“
„Den Zimmerschlüssel muss man abgeben, wenn man rausgeht, es ist schon oft passiert, dass ich ihn mit rausgenommen habe und kopieren hätte können.“
„Die Toiletten sind an einigen Tagen bis oben hin verstopft, in den Duschen dasselbe.“ Dazu eine Justizsprecherin: „Meistens sind das die Insassen selbst. Aktuell liegen keine Beschwerden vor.“
„Im Winter sind Tauben im Treppenhaus und scheißen alles voll.“ Die Justizsprecherin kontert: „Es hat hier eine zahme Taube gegeben, die von den Insassen gefüttert wurde.“
„Auf dem Hof steht ein Baum so nah am Zaun, dass man drüber klettern könnte.“ Die Justizsprecherin: „Die Insassen des offenen Vollzugs dürfen sowieso täglich regulär das Gelände verlassen.“
Es gibt keine Gefängnismauer, nur zwei Zäune (5,50 und 6Meter hoch).
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Sport als Ausgleich, darauf wird in der JVA Heidering großen Wert gelegt
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Der Kontrollraum der „Schließer“. In jedem Geschoss sitzen 72 Häftlinge.
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