So geht es Fritzis Mutter Tonja

Können Eisbären weinen?

Mutter Tonja ist hart: Sie hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden.

Christian Gehrke
Lesezeit 2 Min
Blumen für Fritz, der nur drei Monate alt wurde. Die Anteilnahme der Berliner ist groß.  

Blumen für Fritz, der nur drei Monate alt wurde. Die Anteilnahme der Berliner ist groß.  

© imago/Olaf Wagner

Der Schock sitzt bei vielen Berlinern immer noch tief. Vor dem Eisbären-Gehege im Tierpark in Friedrichsfelde stehe mehrere Grablichter, Blumen wurden abgelegt. Das Eisbärkind Fritz war nach seiner Geburt am 6. November auf dem besten Weg zum Star. Am Montagabend war der Kleine nach einer schweren Leberentzündung plötzlich gestorben (KURIER berichtete). „Es ist schlimm, wenn man als Tierarzt nicht helfen kann, weil man die Krankheitsursache nicht kennt“, so ein sichtlich bewegter Direktor Andreas Knieriem. Der Tod des Tieres schlägt den Tierpark-Mitarbeitern auf den Magen. Und auch die Berliner sind traurig.

Sie war völlig normal und lieb

Nicht so bei Mutter Tonja: Sie hatte das Schlimmste schon überstanden, wie der Tierpark am Mittwoch mitteilte: Als der kranke Fritz ihr zur Untersuchung aus der Wurfhöhle weggenommen wurde, war sie verstört und suchte nach ihm. Am Dienstag hat sie sich schon wieder beruhigt. Am Mittwoch war sie völlig normal und lieb zu den Pflegern. Sie aß normal.

Eisbär-Kurator Florian Sicks erklärt den Unterschied: „In der freien Wildbahn kämpfen Eisbären um Futter und schützen sich vor Feinden. Das ist tief drin. Der Nachwuchs hat nicht die Priorität.“ So werden kranke Jungtiere zurückgelassen. „Dass Eisbären weinen, ist nicht bekannt.“ Schade: Der Tierpark hatte für Fritz das Gehege extra umgebaut. Doch die Maßnahmen seien ohnehin notwendig gewesen, hieß es.  

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