Nach Angaben der Sozialverwaltung ist die Stadt für den noch größeren Flüchtlingszuzug in diesem Jahr gut gerüstet. „Wir haben uns in Berlin auf den stark erhöhten Zugang schon längere Zeit vorbereitet und damit begonnen, neue Unterbringungs- und Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen, um dem wachsenden Flüchtlingsstrom gerecht zu werden“, erklärte gestern der zuständige Sozialsenator Mario Czaja (CDU).
Die vom Bund vorgestellte neue Prognose sei „keine Überraschung“. Schon länger habe man mit etwa 35 000 Flüchtlingen gerechnet und geplant. Dass es aber jetzt schon knirscht, zeigen die Zahlen: Derzeit gibt es in Berlin 62 Unterkünfte für Flüchtlinge. Alle 16 800 Plätze sind belegt. 1600 Asylsuchende leben in Pensionen und Hostels, 10 000 haben bereits eine Wohnung gefunden. „In diesem Jahr haben wir bereits rund 18 500 neue Asylbewerber aufgenommen“, erklärt Czaja. Besonders vor dem Lageso bleibt die Situation angespannt: Jeden Tag sprechen dort bis zu 1800 Asylbewerber vor. Die Caritas, die das Platzmanagement in der Turmstraße übernommen hat, forderte den Senat zum sofortigen Handeln auf. Seit zwei Wochen sicherten die Ehrenamtlichen von „Moabit hilft“ die Versorgung der Flüchtlinge mit dem Notwendigen. „Auf Dauer muss jedoch die humanitäre Grundversorgung durch den Staat selbst sichergestellt werden“, erklärte Caritasdirektorin Ulrike Kostka. Um den Ansturm an Asylsuchenden besser koordinieren zu können, prüft die Czaja-Behörde, ob man ehemalige Verwaltungsbeamte aus dem Ruhestand holen kann. Auch mit der Ärztekammer ist man im Gespräch. Bis Ende August werden drei neue Containerdörfer mit 920 Plätzen eröffnet. SHI, NKK
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