„Silbernetz“

Die Nummer gegen den Kummer

Hotline für einsame Senioren startet durch.

BK
Lesezeit 2 Min
Ab September erreichbar – eine Hotline für einsame Senioren.

Ab September erreichbar – eine Hotline für einsame Senioren.

© dpa

Die Hotline soll für Senioren da sein, die nicht beim Krisendienst und der Telefonseelsorge anrufen möchten. Denn ihr Problem ist Einsamkeit. „Das ist keine Krise, sondern ein Dauerzustand“, berichtet Initiatorin Elke Schilling. „Die Menschen haben einfach niemanden zum Reden.“

Die Einsamkeit macht stumm

„Es geht nicht nur ums Telefonieren“, betont Schilling. „Wir wollen Anrufer auf Angebote für Senioren in ihrem Kiez aufmerksam machen. Oft kennen sie die gar nicht.“ Die Einsamkeit in den eigenen vier Wänden solle durchbrochen werden. Es gehe um persönliche Gespräche, Ermutigung und Unterstützung. Einen „Freundschaftsdienst“ soll es auch geben. Dann rufen Silbernetz-Mitarbeiter regelmäßig Senioren an, die sich das wünschen.

Viele Ältere leben allein. Kinder sind weit weg, Partner, Freunde und Bekannte tot. „Die Einsamkeit macht stumm. Manchmal denke ich, ich habe das Sprechen verlernt“, erzählte eine 82-Jährige am Silbernetz-Telefon.

Arbeitsagentur übernimmt Lohnkosten

Träger von Silbernetz ist der Humanistische Verband Deutschland. Möglich wird das Angebot durch eine Sponsorin, die Silbernetz ein Ladenlokal in Wedding mietfrei zur Verfügung stellt.

Die Arbeitsagentur hat die Lohnkosten für fünf ältere und schwerbehinderte Menschen übernommen, die im Moment in Gesprächsführung für die Hotline geschult werden, sagt Schilling. (uvl)

www.silbernetz.org

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com