Er ist Berater, pflegt Netzwerke, leistet Öffentlichkeitsarbeit: Sigmund Jähn ist mit seinen 78 Jahren ein vielbeschäftigter Mann. „Ich werde mit meiner Arbeit nicht fertig“, sagt Jähn. Schon lange lebt er in Strausberg (Märkisch-Oderland). Trotzdem kommt er mehrmals im Jahr in seine Heimat: In das vogtländische Örtchen Morgenröthe-Rautenkranz und in die dortige Deutsche Raumfahrtausstellung.
Museumsleiterin Romy Mothes übergibt ihm Fan-Briefe, neue Exemplare seiner Biografie, die signiert werden müssen - dann bemerken ihn die Besucher: Es folgen Umarmungen, Händeschütteln und gemeinsame Fotos. Mothes erklärt: „Viele Gäste wollen gleich am Eingang wissen, ob zufällig Sigmund Jähn da ist. Er unterstützt uns ungemein.“ Jähn lässt den Rummel über sich ergehen. Seit seinem Start am 26. August 1978 zur sowjetischen Raumstation Salut 6 kennt er das.
„Kurz vor dem Start kam ein Arzt und rieb mich komplett mit Alkohol ein. Zwei Leute befanden sich bereits im All auf der Station und wir sollten sie nicht mit Bakterien infizieren.“ Platzangst habe er nicht gekannt. „Dann wäre man dort falsch.“ Und das Essen? „Man gewöhnt sich an alles.“
Der Medienrummel begann mit der ersten Live-Übertragung von der Raumstation zur Erde. Nun kannte jeder DDR-Bürger, jede Schulklasse Sigmund Jähn, den gelernten Buchdrucker und Sohn einfacher Arbeitereltern. Bereits 1978 seien Neugierige in den Heimatort des Kosmonauten gereist. Der Bürgermeister hatte damals „ein paar Sachen“ in seinem Zimmer aufgestellt, wie Jähn sagt. Ein Jahr später nahm die Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz ihren Anfang,
Sieben Mitarbeiter kümmern sich um die 60 000 Besucher im Jahr. Auf 950 Quadratmetern stehen mehr als tausend Exponate. Einen neuen Schwerpunkt bildet neben der bemannten Raumfahrt seit diesem Jahr die Satellitentechnik.
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