Französisch Buchholz - Weinend schlägt Kerstin van P. die Hände vors Gesicht. Ihr Körper zittert, sie muss gestützt werden. Kerstin ist die Schwester von Mirco B., dem Opfer der U-Bahn-Schläger. Im KURIER berichtet sie exklusiv, wie Mircos zweites Leben zerstört wurde."Ich kann es immer noch nicht fassen. Ich habe Mircos Anblick noch nicht verarbeitet", schluchzt die junge Frau. Während sie mit dem KURIER-Reporter spricht, kullern immer wieder Tränen über ihre Wangen. Und dann platzt es aus ihr heraus: "Er hatte gerade erst sein zweites Leben begonnen." 2010 machte ihr Bruder schlimme Zeiten durch. Der gelernte Maler (besuchte früher die Skandinavia Oberschule) verlor seinen Job - wegen einer schlimmen Krankheit."Ihm ging es schlecht. Bis ein Arzt die Ursache fand", so van P. (alle Namen geändert). Die Schock-Diagnose: Herz-Rhythmus-Störungen, Mirco musste vor einem halben Jahr sofort operiert werden. Die OP verlief glimpflich, eisern kämpfte sich der tapfere Handwerker ins Leben zurück.Dank Reha und guter körperlicher Verfassung schaffte er es, wieder der Alte zu werden. Auch einen Job angelte sich der fleißige Maler wieder. Auf Leiharbeitsbasis konnte er endlich wieder arbeiten. "Daraus hat er viel Kraft geschöpft. Krankheit überstanden, ein Arbeitsplatz - er blickte voller Optimismus in die Zukunft. Jetzt wurde sein zweites Leben zerstört."Laut Kerstin van P. ist Mircos Zustand unverändert. "Die Ärzte wollen noch keine Prognose geben. Aber es sieht schlecht aus." Der 30-Jährige wurde nach der Attacke sofort notoperiert, Blutungen im Kopf gestoppt. Weitere Eingriffe sind erst möglich, wenn die schlimmen Hirnschwellungen zurückgegangen sind. "Meine Mama und ich wachen abwechselnd an seinem Bett. Wir können nur hoffen". Damit Mirco ein drittes Leben geschenkt bekommt.------------------------------
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