Sie setzten einen Obdachlosen in Brand

Hier sitzt die feige Zündler-Clique vor Gericht

Eine abscheuliche Tat. Am Freitag soll es zu den Aussagen kommen.

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min

Eine abscheuliche Tat, ein versuchter Mord. Davon geht die Anklage aus. Nun ging der Prozess los. Gedränge im Saal, angespannt die Angeklagten. Sie sind 16 bis 21. Fünf kamen allein nach Deutschland, sechs aus Syrien, einer aus Libyen. Einer heulte, als die Anklage verlesen wurde: Nour N. (21), der Zündler. Er gilt als Haupttäter. Eine Tat vor laufenden Videokameras: Es ist 1.55 Uhr, als die Gruppe am 25. Dezember den U-Bahnhof Schönleinstraße (Kreuzberg) betritt.

Auf dieser Bank am U-Bahnhof Schönleinstraße schlief der Obdachlose, den die jungen Männer versucht haben sollen, anzuzünden.

Auf dieser Bank am U-Bahnhof Schönleinstraße schlief der Obdachlose, den die jungen Männer versucht haben sollen, anzuzünden.

© dpa

Sechs Minuten später werden einige der Männer auf den Schlafenden aufmerksam. Maciej B. (37) liegt auf einer Bank. Den Kopf auf den Rucksack gebettet, der in einer Plastiktüte steckt. Nour N. soll als Rädelsführer erst ein Stück Papier, dann ein Taschentuch angezündet und am Kopf des ahnungslosen B. abgelegt haben. Dann sprangen sie lachend in eine U-Bahn.

Der Staatsanwalt: „Sechs der Angeklagten nahmen billigend in Kauf, dass der Mann qualvoll verbrennen könnte.“ Nour N., Mohammad M. (18), Khaled A. (18), Ayman S. (17) Mohamad Al-J. (19) und Bashar K. (16) hätten nicht vorsätzlich töten wollen, aber solche Folgen „ billigend in Kauf“ genommen. Eyad S. (17) wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen.

Die Täter wurden von einer Überwachungskamera aufgenommen. Danach stellten sich fünf von ihnen.

Die Täter wurden von einer Überwachungskamera aufgenommen. Danach stellten sich fünf von ihnen.

© Polizei/BVG

Der obdachlose Pole hatte ihnen nichts getan. Der Ankläger: „In der Heiligen Nacht waren kaum Läden, Lokale geöffnet. Die Angeklagten haben sich wohl gelangweilt und sind auf dumme Gedanken gekommen.“

Nur weil Fahrgäste beherzt eingriffen, B. weckten und die Flammen löschten, wurde Schlimmeres verhindert. Der Ankläger: „Sekunden später hätte es zu einem großen Feuer kommen können.“ Experten haben das Szenario nachgestellt. Viel Hickhack zum Prozessauftakt. Freitag soll es nun zu den Aussagen kommen. Der Anwalt von N. vorab: „Der Vorwurf ist eine Unterstellung.“

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