Sex gehört zwar zu den schönsten aber nicht unbedingt ungefährlichten Hobbys des Menschen. Sex-Unfälle passieren häufiger, als man denkt. Nur dass keiner gerne drüber redet - es sei denn man heißt Dieter Bohlen. Die Autoren Detlef Dreßlein und Laila Kühle haben in der Tabu-Zone recherchiert und die aberwitzigsten Unfälle unterhalb der Gürtellinie in einem Buch zusammengetragen ("Ich habe mich versehentlich auf den Staubsauger gesetzt", mvg-Verlag; 12,90 Euro). Wir haben mal reingelesen.Ja, der Dieter Bohlen und sein Penisbruch! Der wohl berühmteste Sex-Unfall weltweit. Wie er passierte? "Ich war voller Eifer bei der Sache, als es plötzlich pfffffttt machte", schrieb Bohlen in seinen Memoiren. Kurz da-rauf sei der "kleine Dieter" blau und schwarz gewesen, wie ein toter Aal.Nicht so lustig, so ein Penisbruch. Tut höllisch weh, muss sofort behandelt werden. Gefeit ist davor keiner, eine ungünstige Bewegung oder Stellung kann schon reichen.Das mit den Stellungen ist sowieso so eine Sache, wie auch Schlagerkönig Jürgen Drews weiß. Beim Kamasutra-Sex hatte er mal seine Ramona nicht richtig im Griff. Als sie im Spagat auf ihm saß, so erzählt er, hätte er sich so wild bewegt, dass sie runtergefallen sei. Sechs Wochen lang ging sie an Krücken, Muskelfaserriss im Knie.Und auch mit Sex-Spielzeug sollte man achtsam umgehen. Damit es einem nicht geht wie Chef-Playboy Hugh Hefner, der mal beinahe an einer Liebeskugel erstickt wäre.Die meisten Sex-Unfälle passieren allerdings nicht in leidenschaftlicher Zweisamkeit, sondern bei der Selbstbefriedigung. Denn bei der Beschäftigung mit den eigenen Genitalien kommt man mitunter auf die dümmsten Ideen. Auch wenn der gesunde Menschenverstand - oder wenigsten doch der gute Geschmack - nicht zuraten würde, Salatgurken und ähnliches Gemüse in analen Tiefen zu versenken.Und auch wenn Metalldrähte, Stricknadeln, Kugelschreiberminen und Fischgräten nun wirklich nichts im besten Stück des Mannes zu suchen haben - angetrieben vom sehnlichen Wunsch, einen umwerfenden Orgasmus zu erreichen, gibt es eigentlich nichts, was sich manche Menschen - Männer wie Frauen - nicht in ihre Körperöffnungen schieben.Wenn die Lust im Hirn regiert, ist der Verstand ausgeschaltet. Weil aber nicht alles, was reingeht auch wieder rauskommt, bietet sich Ärzten in den Notaufnahmen mitunter recht Erstaunliches auf rektalen Röntgenbildern: Immer wieder gerne Colaflaschen, auch mal ein Einwegglas, das schon erwähnte Gemüse und natürlich Vibratoren. Und was so mancher Mann seinem Penis zumutet, möchte man hier gar nicht wiedergeben.Besonders hat es dem autoerotisch aktiven Mann der Staubsauger angetan, womit wir beim legendären Klassiker der Sex-Unfälle wären: Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre sahen sich die Mediziner der urologischen Abteilungen deutscher Kliniken mit ganz spezifischen Penisverletzungen konfrontiert. Schuld war der zweckentfremdete Umgang mit einem Handstaubsauger - mit dem Modell "Kobold" der Firma Vorwerk.Dessen Ansaugstutzen muss Autoerotikern besonders verführerisch gewesen sein. Dumm nur, dass es in dem Rohr nur elf Zentimeter bis zum rotierenden Propeller waren. Grundsätzlich zwar für den Mann erfreulich, wenn sein Prachtstück mehr als elf Zentimeter aufzuweisen hat, in diesem Fall allerdings äußerst schmerzlich.Wenigsten boten die darauf folgenden medizinischen Maßnahmen dem Urologen Dr. Alschibaja 1978 Stoff für seine Dissertation mit dem Titel "Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern". In Fachkreisen wird das Verletzungsmuster seither gerne "Morbus Kobold" genannt. (Der "Kobold" ist übrigens noch immer im Sortiment der Firma Vorwerk, allerdings nun mit einem langen Schlauch zwischen Düse und Motor.)So ein Sex-Unfall ist natürlich eine ziemlich peinliche Sache. Wer sich damit immerhin in die Notaufnahme traut (und das sollte man tun, um schlimme Infektionen und ähnliches zu vermeiden!) versucht, den Unfallhergang doch irgendwie, sagen wir mal, zu "entsexualisieren". Und weil dem erfahrenen Arzt nichts Menschliches fremd ist, werden selbst die absurdesten Erklärungsversuche - zumindest nach außen hin - ungerührt zur Kenntnis genommen und mit dem Vermerk "AU" in das Krankenblatt eingetragen: "Autoerotischer Unfall."Ein paar der schönsten Ausreden seien hier wiedergegeben;"Ich kam gerade aus der Dusche und bin dann noch ganz nass ins Wohnzimmer gelaufen. Ich glitt aus, und weil ich so gelenkig bin, habe ich im Fallen einen Spagat gemacht - und bin dann so auf der Flasche gelandet.""Ich habe bei mir zu Hause geputzt: Dabei hatte ich nichts an und bin dann so blöd ausgerutscht, dass ich genau mit dem Penis voran auf den Schreibtisch gefallen bin, und da lag wohl dieser Stift und der muss mir dann irgendwie da vorne reingerutscht sein.""Als ich von der Toilette kam, bin ich auf dem glatten Küchenboden ausgerutscht. Ich hatte meine Hose nicht richtig zugemacht und bin dummerweise mit meinem Hintern in unserem Gemüsekorb gelandet. Der steht bei uns immer auf dem Fußboden, wissen Sie. Und so ist wohl diese Karotte in meinem Hintern gelandet.""Ich habe seit Tagen einen Scheidenpilz und der hat so gejuckt, dass ich mich mit der Gurke da drinnen kratzen wollte. Und dann habe ich sie nicht mehr herausbekommen.""Ich wollte mich mit der Saugdüse des Staubsaugers nur ein bisschen massieren. Irgendwie ist dann mein Penis in den Aufsatz geraten.""Ich wollte mit der Christbaumkugel nur meine Beckenbodenmuskulatur trainieren. Dabei ist die eine leider kaputt gegangen.""Wissen Sie, wir frühstücken immer im Bett. Dabei fiel uns der Brötchenkorb hinunter und wir haben angefangen, danach zu suchen. Nun haben wir den starken Verdacht, dass sich dabei eventuell eines der Brötchen in meiner Vagina versteckt hat."------------------------------Zwischenzeile: PLAYBOY-CHEF ERSTICKT BEINAH AN LIEBESKUGELZwischenzeile: ANSAUG-NUMMER MIT DEM "KOBOLD"Zwischenzeile: "NACKT GEPUTZT - BLÖD AUSGERUTSCHT"BU: 176 Seiten aberwitzige Sex-Unfälle mit Staubsauger, Glühbirne & Co.
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