Serien-Gaunerin

Die bitteren Tränen der Kaufhaus-Diebin

Diebisch wie eine Elster soll sie am Alex durch ein Geschäft geflattert sein.

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min
Schluchzend saß die Angeklagte im Gerichtsgebäude.

Schluchzend saß die Angeklagte im Gerichtsgebäude.

© KR

Diebisch wie eine Elster soll die Ex-Telefonistin in einem Geschäft am Alexanderplatz durch die Reihen geflattert sein. Mehrere Taschen (30 bis 199 Euro), Oberteil (35 Euro) oder Kette (39 Euro). Laut Anklage ein „Einkauf“ für 821 Euro. Und in ihrer eigenen Tasche steckte ein Seitenschneider.

Im Punkte-Design saß die Frau aus Marzahn nun vor der Richterin. Jammernd: „Ich wollte das gar nicht machen.“ Aber so ganz richtig sei die Anklage nicht. Schluchzend die selbstmitleidige Diebin: „Dit war nämlich nich so viel und auch nich so teuer.“

Die Richterin: „Warum waren Sie mit Seitenschneider im Geschäft?“ Um – zack – Warensicherungen zu entfernen? Die Angeklagte heulte auf: „Den hatte ich dabei, um das Schloss von meinem eigenen Fahrrad zu knacken.“ Der Schlüssel war angeblich weg. Ihr Klau bei TK Maxx aber wurde bemerkt. Ein Detektiv (37): „Zufällig waren Polizisten vor Ort.“ Die Dame wurde gefilzt. Der Detektiv: „Man wurde der Ware habhaft.“

Vier Vorstrafen stehen im Register

Für die Gaunerin ganz schlecht: Vier Vorstrafen stehen im Register. Meistens wegen Klauerei. Wiebke N. schluchzte: „Ich verschenke doch alles, behalte nichts für mich!“ Nun suche sie einen ehrenamtlichen Job: „Weil ich oft allein zu Hause sitze, will ich mich jetzt ablenken und Gutes tun.“

Vor dem Urteil überraschend ein weiteres Geständnis der Frau: „Ich habe noch zwei Anzeigen.“ Wieder Ladendiebstahl. Wiebke N.: „Ich habe mich jetzt mal bei einer Psychologin angemeldet, weil ich doch gar nicht klauen will.“ Doch Strafe muss sein: 1800 Euro. KE. 

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