Vom angelernten Klempner über Gastwirt zum Millionär. Doch es lief nicht nach Plan: In Berlin ist für den reisenden Serien-Dieb erst einmal Endstation. 180 Taten in knapp zwei Jahren listete die Anklägerin auf.
Der Verteidiger: „Er ist charakterlich etwas schwach, wenn es um Geld geht.“ Nach der Pleite mit einem Lokal in Irland sei Y. leider in Kreise geraten, „in denen ihm vermittelt wurde, wie man Automaten überlistet“.
Ein Trick, der nur bei bestimmten Automaten klappte – wegen einer Sicherheitslücke. Mit einer nachgemachten Kreditkarte löste der Algerier Karim Y. erst eine Auszahlung aus.
Wenn es ratterte und Geld „geladen“ wurde, brach er den Vorgang ab und knackte das Ausgabefach. So wurde nichts gebucht – und er konnte weiter mit der Karte abzocken.
Ab Januar 2011 kam er aus Belgien und versuchte den Trick zunächst entlang der Grenze. Der Verteidiger: „Es war zu leicht, die Hemmschwelle hat sich niedergewaschen.“ Y. zog weiter nach Norden und Osten.
Bis die Hersteller der beiden Automaten-Typen einen Riegel gegen solche Tricksereien einbauten.
Man kam ihm 27 Monate lang nicht auf die Schliche – und er zockte im Durchschnitt 18.100 Euro im Monat ab.
Der Anwalt: „Er hat davon gelebt, Schulden bezahlt und einen großen Teil leider auch verspielt.“
Karim Y. war in den vergangenen Jahren ein reisender Krimineller: In Irland, den Niederlanden und in Belgien wurde er verurteilt.
Die Berliner Justiz sorgte für einen internationalen Haftbefehl. Im April wurde Y. von Dänemark ausgeliefert. In Belgien warten fünf Jahre Haft auf ihn für eine Serie wie in Deutschland.
Nun bettelte Y. um Milde: „Schlechte Energie will ich in gute umwandeln.“
Das Urteil: Drei Jahre und elf Monate Gefängnis. KE.
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