Über 2500 Jahre alt ist die Nekropole, wie in der Fachsprache eine Begräbnis- und Weihestätte des Altertums heißt. Entdeckt wurde die Totenstadt einer Priesterfamilie in der Provinzhauptstadt Minja in Mittelägypten. Sie enthält 40 Steinsärge, etwa 1000 Statuen und eine Goldmaske, wie Antikenminister Chaled al-Enani am Wochenende am Ausgrabungsort berichtete. Zudem seien Keramik, Schmuck und andere antike Gegenstände gefunden worden.
Ägypten präsentiert Entdeckungen aus der Hochkultur
Die Ausgrabungen begannen laut dem Ministerium im vergangenen Jahr, in der Region arbeiten seit einigen Jahren auch deutsche Forscherteams aus München und Hildesheim. „Das ist erst der Anfang einer neuen Entdeckung und ich glaube, wir brauchen mindestens fünf Jahre, um die Arbeit an der Nekropole zu beenden“, erklärte Al-Enani. Die Funde würden wichtige Einblicke in das Leben der Alten Ägypter geben.
In den vergangenen Monaten hatte das Antiken-Ministerium in Ägypten eine Reihe von Entdeckungen aus der Hochkultur der Alten Ägypter präsentiert. Das Land will damit Touristen anlocken, die es wegen der Wirtschaftskrise des Landes dringend als Einnahmequelle für ausländisches Geld braucht. Ägypten hat mit der Pharaonenstadt Luxor, den Pyramiden in Giseh bei Kairo und weiteren Orten entlang des Nils zahlreiche wertvolle Kulturstätten zu bieten.
Die kleinen Statuen sind Funde aus der Nekropole.
© dpa
Ein italienisches Forscherteam hatte Ende Januar mit Messungen in der Grabkammer des Pharaos Tutanchamun in Luxor begonnen. Die Radarmessungen in der 1922 entdeckten Grabkammer des Kindkönigs (um 1330 v. Chr.) sollen klären, ob sich hinter der Nordwand ein bislang unentdeckter Raum befindet.
Erst Anfang des Monats hatten Wissenschaftler nahe der Pyramiden ein 4000 Jahre altes Priesterinnen-Grab gefunden. Nahe des einzigen noch erhaltenen Weltwunders der Antike soll Ende des Jahres das neue Ägyptische Museum eröffnen.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com