Auf dem knapp 34 000 Kilometer langen Gleisnetz in Deutschland gibt es zahlreiche eingleisige Abschnitte - meist auf weniger genutzten Nebenstrecken,da dies zu Wartezeiten führt. Esgibt aber auch Hauptbahnstrecken oder -abschnitte, zum Beispiel Münster-Lünen-Dortmund.Die Regeln sind dieselben wie vor einer Baustellenampel im Straßenverkehr: Der Abschnitt darf abwechselnd nur in jeweils einer Richtung befahren werden. Entgegenkommende Züge müssen daher in einem zweigleisigen Abschnitt warten. Die zweite Ausweichmöglichkeit ist in Bahnhöfen.Jens Wieseke (46) vom Fahrgastverband IGEB: "Inwieweit Eingleisigkeit die Leistungsfähigkeit der Streckeeinschränkt, hängt von der Anzahl der Ausweichmöglichkeiten ab."Die Höchstgeschwindigkeit bei Eingleisigkeit beträgt maximal 100 km/h, bei den meisten Strecken jedoch 80 km/h oder noch weniger. Bei dem Unglück in Hordorf sollen beide Züge mit Maximal-Tempo unterwegs gewesen sein.Kann der Zugführer beim Unglück von Hordorf das Halte-Signal übersehen haben, wie teilweise vermutet wird? Jens Wieseke: "Normalerweise sind die Signale selbst bei Sichteinschränkung, zum Beispiel durch Nebel, erkennbar. Das liegt an den kräftigen Lampen und den Fahrsymbolen. Außerdem gibt es Vor-Signale, die den Zugführer rechtzeitig darauf aufmerksam machen, dass ein Halte-Signal kommt, und sie so genug Zeit zum Abbremsen haben."------------------------------
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