Wie vor dem Mauerfall

Lichtenbergs hässlichste Platte: Würden Sie hier arbeiten?

Im Haus sitzen Vereine und Beratungsstellen. Seit Jahrzehnten wurde nicht saniert.

Christian Gehrke
Lesezeit 2 Min
Die Bruchbude am Hechtgraben soll 2020 abgerissen werden.

Die Bruchbude am Hechtgraben soll 2020 abgerissen werden.

© Gerd Engelsmann

„Wir sind eigentlich ein Museum, wir sollten Eintritt nehmen“, sagt Silke Schwarz (59). Sie wartet im vierten Stock auf Senioren, die sich zum Schachspielen verabredet haben. Die Frau arbeitet für die Begegnungsstätte „Insel“, einen Treff für Menschen mit und ohne Behinderung. „Haben Sie sich mal die Fenster angeschaut? Die gehen gar nicht. Es regnet rein“, sagt sie. Außen bröckelt der Putz ab, Balkonbrüstungen rosten an dem siebengeschossigen Bau, in dem niemand wohnt.

Kaum saniert seit 25 Jahren

„Wenn man das Haus erhalten will, sollte hier mal was passieren“, sagt Dieter Hohoff (71). Er ist als erster in die „Insel“ gekommen, baut die Schachfiguren auf. Neben der „Insel“ gibt es hier einen Freizeitclub für geistig behinderten Jugendliche, eine Beratungsstelle des Jugendamts, zwei Beratungsstellen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, eine pädagogisch-psychologische Fachbibliothek, eine soziale Bücherstube und ein „FrauenTechnikZentrum“. Ganz unten bietet der Verein Synigia Gesundheitssport an.

Das Haus ist im Besitz des Bezirks, der es längst aufgegeben hat: 2020 soll es abgerissen werden. Seit 25 Jahren ist kaum etwas saniert worden. Nur ein neuer Fahrstuhl wurde eingebaut, der Brandschutz ist verbessert worden.

Die Beratungsstellen und Vereine sollen nach dem Abriss in einen Neubau umziehen. 

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