Dafür hatte der Herr der Spitzel eine Universität – die Juristische Hochschule Potsdam. So konnte Mielke auch Schalcks-Golodkowskis Dissertation betreuen, die im Mai 1970 fertig wurde. Titel des 188-Seiten-Werkes: „Zur Vermeidung ökonomischer Verluste und zur Erwirtschaftung zusätzlicher Devisen im Bereich Kommerzielle Koordinierung (KoKo)“.
1966 hatte Mielke Schalck-Golodkowski als Chef der KoKo eingesetzt, die Geld aus dem Westen beschaffen sollte. Ende der 60er wollte der Stasi-Chef endlich Ergebnisse sehen, überwachte den „großen Alex“ beim Ausarbeiten seines Planes, den er als Doktorarbeit schrieb.
Herauskam eine Anleitung zur Wirtschaftskriminalität. Schalck zeigte, wie man ein Netz von Tarn- und Briefkastenfirmen in Westdeutschland und der Schweiz aufbaut, sich mittels Strohmännern an „lukrative kapitalistischen Firmen“ oder an Spekulationsgeschäften beteiligt, Wirtschaftsspionage betreibt, West-Technologien in die DDR schleust. Schalck hoffte auf Hilfe im Westen: „Eine Vielzahl von Personen ist dort käuflich.“ Die Doktorarbeit wurde als „Geheime Verschlusssache“ eingestuft. Schalck steuerte 220 Tarnfirmen, über die er auch mit Waffen, Kunstwerken und Sondermüll handelte. Gesamtgewinn: 25 Milliarden D-Mark.
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