Sein bitteres Leben als Straßenmusikant Als Kind saß er im goldenen Käfig, heute ernährt er sich von brotloser Kunst

Honeckers Enkel

Norbert Koch-Klaucke
Lesezeit 2 Min

Berlin/Santiago de Chile - Honecker-Enkel Roberto: Als in der DDR noch sein Opa Erich († 1994) an der Macht war, hatte er ein privilegiertes Leben. Als Erwachsener führt der heute 36-Jährige in Chile einen bitteren Kampf ums Überleben - als Straßenmusiker und verkannter Maler.Roberto, Sohn von Honecker-Tochter Sonja und ihrem chilenischen Ex-Mann Leo Yßnez: Nachdem er auf Kuba seine Drogensucht bekämpfte, tingelt der Honi-Enkel nun als Musiker durch Chile.Sein Talent hat er wohl von seinem Opa geerbt. Schließlich trommelte Erich Honecker als junger Mann in einem Spielmannszug der KPD.Ob der Enkel gut spielt, kann man jetzt im Internet beurteilen. Auf "Youtube" sind Videos zu sehen, wie Roberto unter dem Künstlernamen "Supernanonino" auf der Gitarre traurige Lieder klimpert, versucht, die Menschheit zu begeistern.Ein Video wurde im Haus von Margot Honecker aufgenommen. Denn immer, wenn Roberto arbeitslos ist, lebt er in der noblen Villen-Siedlung von Santiago bei seiner Oma.Da ihr Enkel wohl mit Musik kaum Geld verdient, malt er auch Gemälde, bietet sie im Internet zum Verkauf an. Und Roberto schreibt Gedichte. Als 2010 bei der Langen Nacht der Museen 1000 Gedichte von Autoren aus aller Welt über den Lustgarten aus einem Helikopter abgeworfen wurden, war eines von ihm dabei.------------------------------BU: "Magie 2" heißt dieses Gemälde von 2006, das der Honi-Enkel im Internet verkaufen will. Rechts: Roberto mit Cockerspaniel "Klecksi".

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