Unvorstellbar, was bei diesem Brandanschlag hätte passieren können. Über 40 Mieter wohnen im Fünfgeschosser im Hinterhof an der Braunschweiger Straße in Neukölln. Um ein Haar wären sie alle verbrannt – nur, weil ein 64-jähriger Suchtkranker sich nicht unter Kontrolle hat.
Bereits in der Nacht zu Sonnabend hatte sich der hagere Mann mit dem grauen Bart in den Hausflur geschlichen und dort heimlich genächtigt. Als er gestern Vormittag aufwachte, fackelte er fast ein ganzes Haus ab. Auf seinem Nachtlager zwischen zwei Wohnungstüren zündete er einfach so seine Matratze an, rannte dann nur mit T-Shirt bekleidet davon.
Doch Mieter Aiman S. (30) und Nachbar Ali A. (51) hörten um 10.45 Uhr die lauten Hilfeschreie aus dem Dachgeschoss. Sofort alarmierten sie die Feuerwehr und liefen dann die Treppen hinauf. „Da kam uns ein Mann ohne Hose und Slip entgegen. Der boxte gleich wie wild auf uns ein“, erklärt Ali A. (51). Zusammen hielten die beiden den aufgebrachten Zündler bis zum Eintreffen der Polizei fest.
Währenddessen befreiten Brandbekämpfer die eingeschlossenen Familien im Dachgeschoss. Die Feuerwehr kam gerade noch rechtzeitig. Sechs Bewohner kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus – darunter zwei Kleinstkinder.
Der Suff-Opa, der erst vor wenigen Tagen aus der Abteilung für Suchtkranke im Humboldt-Klinikum geflohen war, wurde festgenommen. Gegen den 64-Jährigen wird jetzt wegen schwerer Brandstiftung ermittelt.
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