Sebastian Czaja (FDP)

Auf dem Alex habe ich Angst!

Auch den öffentlichen Nahverkehr meidet der Politiker nachts bewusst.

Philippe Debionne_richtig
Lesezeit 2 Min
FDP-Politiker Sebastian Czaja. 

FDP-Politiker Sebastian Czaja. 

© Ponizak

Sicherheit in Berlin differenzieren

In einem Interview mit der von der Gewerkschaft GdP herausgegebenen Zeitschrift „Deutsche Polizei“ sagt Czaja, dass er nicht nur den Alex, sondern auch den „öffentlichen Nahverkehr zu bestimmten Uhrzeiten bewusst“ meide. 

Auf KURIER-Anfrage bestätigte der FDP-Politiker (derzeit im Urlaub) seine Aussagen. Leider sei es so, dass man „Sicherheit in Berlin nach Ort und Uhrzeit differenzieren“ müsse. Besonders einschneidend für Czaja ist laut der GdP-Zeitschrift gewesen, als er Polizisten bei einer Nachtschicht auch am Alex begleitet habe. Als der Streifenwagen mit Blaulicht über den Platz fuhr, habe sich ein Passant bewusst vor das Fahrzeug gestellt. Die Streife sei um den Mann herum gefahren, ohne ihn zumindest zu kontrollieren oder zu belehren. 

Zahl der Diebstähle, Überfälle und Körperverletzungen deutlich gesunken

Grund hierfür sei laut der Polizisten gewesen, dass die Situation dann möglicherweise eskaliert wäre und dafür schlichtweg zu viel Personal hätte eingesetzt werden müssen. Personal, das die Berliner Polizei so nicht mehr habe. Denn in den letzten fünf Jahren habe die Politik laut Czaja „nichts für die Sicherheitsstruktur“ getan. Und dadurch sei vieles in dieser Struktur „kaputtgegangen“. 

Laut Polizei ist die Zahl der Diebstähle, Überfälle und Körperverletzungen am Alexanderplatz hingegen deutlich gesunken. Tatsächlich wurde einiges für die Sicherheit an dem auch bei Touristen so beliebten Ort getan. Es gibt eine eigene Wache, deutlich mehr Gruppenstreifen und eine bessere Koordination zwischen Bundes- und Landespolizei. Dennoch wird der Alex polizeiintern noch immer als einer von zehn kriminalitätsbelasteten Orten geführt. Für die Zukunft sind weitere Sicherheitsmaßnahmen, wie festinstallierte Videokameras, geplant.   

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