Der KURIER hat sich auf die Suche nach den nettesten Wirten rund um den Alexanderplatz gemacht und fragte: „Haben Sie ein Glas Wasser gratis?“
Ergebnis: Viele Wirte helfen gern. Traurig: Einige wollen lieber an teuren Getränken verdienen, wimmeln Durstige mit Ausreden ab wie etwa der Wirt der „Marktschenke“ (Karl-Liebknecht-Straße 11): „Wenn ich Ihnen Wasser aus dem Hahn gebe und Sie kippen bei mir um, können Sie mich verklagen.“ Hä? Kippt man nicht um, wenn man kein Wasser bekommt?
Eine andere Ausrede: „Wir dürfen laut Gesetzgeber aus hygienischen Gründen kein Wasser aus dem Hahn servieren.“
Wir fragen diesbezüglich bei der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz nach. Sprecherin Claudia Engfeld zum KURIER: „Eine entsprechende lebensmittelrechtliche Grundlage, die den Gratis-Wasserausschank aus hygienischen Gründen untersagen würde, ist uns nicht bekannt.“
Umso mehr freuen wir uns über die Wirte, die Durstigen gerne helfen. Wir stellen sie vor.
„Bei uns fragen nicht nur Kunden für sich nach Gratis-Wasser, sondern oft auch für ihre Hunde. Für uns ist es selbstverständlich zu helfen. Bei uns ist der Kunde König“, sagt Jennifer Schurbaum (25), Fachverkäuferin von der Wiener Bäckerei im Kaufhof (unter dem Durchgang).
© Sabeth Stickforth Lizenz
Bei Marcus Barkowsky (40) und Julia (21) von der Kneipe „Berliner Marcus Bräu“ (Münzstraße 1-3) gibt es Gratis-Wasser im Berlin-Glas. Sogar aufs Klo darf man hier kostenlos. „Das ist doch selbstverständlich.“
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Paul Bolte (23) vom Eiscafé „La Luna“ (Alea 101) verschenkt nicht nur Wasser, sondern auch Sonnencreme. „Beim Champions-League-Finale saßen bei uns viele Engländer mit viel Alkohol im Blut und einem Sonnenbrand auf der Haut. „Bei Gratis-Wasser und -Sonnenschutz kam Freude auf.“
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Anwary von „Dunkin Donuts“ im S-Bahnbogen, spendiert auf Nachfrage gerne ein Glas Wasser. Beim Uefa-Champions-League-Finale hat er sogar die vielen Polizisten im Bahnhof mit Wasser versorgt, die für Ordnung sorgten. „Von meiner Armeezeit weiß ich noch, wie anstrengend langes Stehen sein kann.“
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Obwohl Barfrau Claudia Franetzki (mi.) in der Schwulen-Kneipe „Besenkammer“ unter der S-Bahnbrücke am Alex vorzugsweise nur Männer bedient, ist sie auch zu durstigen jungen Frauen nett. Sie spendierte den Radlerinnen Magdalena (29, re.) aus Lichtenberg und Bentje (25) aus Neukölln ein Glas Wasser. „Das ist für mich selbstverständlich“, sagt Claudia. Wer bei ihr aufs Klo will, muss allerdings 50 Cent zahlen. „Das Geld wird in die Reinigung der Toilette investiert. Die muss sauber sein.“
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