Vier Monate vor der Bundestagswahl ist klar: Die Grünen müssen ein kleines Wunder schaffen, wenn sie eine historische Niederlage abwenden wollen. Der Bundestrend arbeitet gegen sie, die Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir kommen bisher nicht gut an. Viele Sympathisanten haben sich der SPD und Martin Schulz zugewendet.
Umso dramatischer, wenn auch noch in der Hauptstadt die Wähler weglaufen. Immerhin sollten die Grünen hier zeigen, was sie können: Seit Dezember sind sie mit SPD und Linken an der Regierung, stellen drei Senatoren.
Doch auch die kommen nicht gut an. Regelmäßig fragt Forsa nach der Beliebtheit der Senatsmitglieder. Ergebnis: Politiker von SPD und Linken stehen vorn, die Grünen hinten. Die wichtigste Grünen-Politikerin, Verkehrssenatorin Regine Günther (die bis jetzt parteilos geblieben ist), steht im Ranking auf dem drittletzten Platz. Offenbar kommt ihr fahrradfreundlicher Kurs nicht gut an bei den Wählern – wenn sie Günther überhaupt kennen. Die Hälfte der Befragten konnte mit dem Namen nichts anfangen.
Wäre am Sonntag Abgeordnetenhauswahl, dann müssten sich die Grünen ebenfalls auf eine Enttäuschung einstellen. Forsa misst eine Unterstützung von 12 Prozent, das wären fast vier Prozent weniger als bei der Wahl im September. Die Partner von SPD und Linken dagegen haben leicht gewonnen.
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